Ziviler Widerstand kippt geplante EU-Förderung für AKW

Vorarlberg / 10.10.2013 • 18:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Viele Leser der Vorarlberger Nachrichten haben die Global-2000-Petition my-voice.eu gegen die EU-Förderung für den Neubau von AKW in Europa unterstützt. Auch die Landesregierung mit LH Wallner stand dahinter.
Viele Leser der Vorarlberger Nachrichten haben die Global-2000-Petition my-voice.eu gegen die EU-Förderung für den Neubau von AKW in Europa unterstützt. Auch die Landesregierung mit LH Wallner stand dahinter.

Vorarlberger Bürger stehen für eine saubere und sichere Energiewende ein.

Bregenz, Schwarzach. In Vorarlberg und in weiten Teilen Europas setzen die Bürger auf eine echte Energiewende durch Ressourceneffizienz sowie einen Umstieg auf erneuerbare Energie und Verzicht auf gefährliche Atomkraft. Wichtig und auch erfolgreich ist ziviler Widerstand wie jener gegen die geplante EU-Förderung für den Bau neuer AKW. Wöchentlich schlossen sich mehr Organisationen und Vereine der von Global 2000 initiierten Online-Petition an. Zigtausende haben innert kurzer Zeit unterschrieben. Auch die VN und das Land Vorarlberg riefen zur Unterstützung der Petition auf. Auf den Bürgerprotest hin regte sich auch innerhalb der EU-Kommission Widerstand gegen diese AKW-Förderungen. Die Sitzung der EU-Kommissare am Mittwoch brachte das Ende für den Vorschlag, Steuergelder für neue Atomkraftwerke in Europa zu verwenden. Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia zog sein Ansuchen zurück, in die neue Umwelt- und Energiebeihilfe- Leitlinie 2014 bis 2020 auch Atomenergie aufzunehmen.

Ein Sieg der Vernunft

„Engagierte Bürgerinnen und Bürger haben der Vernunft zum Durchbruch verholfen: Wir zahlen nicht für ein nächstes Fukushima“, ist Patricia Lorenz, Atomsprecherin bei Global 2000, erfreut. „Ein schwerer politischer Rückschlag für die pronuklearen Regierungen von Großbritannien und Tschechien, Polen und Frankreich“, erklärt sie und freut sich über die Niederlage Almunias.

Fürs Erste erleichtert

Auch Umweltkommissar Janez Potočnik habe sich mehrmals klar gegen die Förderung von Atomenergie ausgesprochen, ebenso Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard. „Selbst Energiekommissar Günther Öttinger sah die geplante Leitlinie kritisch“, sagt Lorenz. „Im Augenblick sind wir erleichtert“, betont die Atomsprecherin. Die EU-Kommission habe nach Tschernobyl und vor dem Hintergrund der nicht enden wollenden Zwischenfälle in der Atomruine Fukushima diesmal die richtige Entscheidung getroffen – mithilfe des Bürgerprotests.

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