Ein paradiesisches Vergnügen

Vorarlberg / 11.10.2013 • 20:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Klein und Groß hat beim Apfel-Projekt fleißig Hand angelegt. Foto: VN/Hartinger
Klein und Groß hat beim Apfel-Projekt fleißig Hand angelegt. Foto: VN/Hartinger

Äpfel satt gab es eine Woche lang für die Mädchen und Buben im Kindergarten Doren.

Doren. (VN-mm) So könnte das Paradies ausgesehen haben: Ein schöner Bauernhof inmitten weiter Felder, auf denen friedlich die Kühe weiden, und im Garten eine Schar aufgeweckter Kinder, die um einen Apfelbaum tanzen und mit Begeisterung die Früchte eines opulenten Sommers ernten. Für die 24 Mädchen und Buben aus dem Kindergarten Doren wurde dieser süße Traum wahr. Die zu Ende gehende Woche stand nämlich ganz im Zeichen des Apfels. Pflanzen, ernten und verarbeiten: Es gab Äpfel satt für die Kleinen.

Kindgerechtes Aufarbeiten

Im vergangenen Jahr kam der Igel zu Ehren, heuer war es der Apfel. Regelmäßig wird im Herbst ein zur Jahreszeit passendes Thema kindgerecht aufgearbeitet. In Agathe und Karl Lingenhel fanden die Kindergartenpädagoginnen engagierte Unterstützer für ihr Projekt, das mit einem zünftigen Apfelfest zu Ende ging. Doch vorher hatte die quirlige Schar noch allerhand zu tun. Einen Apfelbaum pflanzen, zum Beispiel.

Schon zeitig am Morgen fährt Karl Lingenhel mit Traktor und Schaufeln vor dem Kindergarten vor. Das Erdloch, in dem die Wurzeln des jungen Bäumchens Platz finden, ist schnell ausgehoben. Die Kinder, alle dem Anlass entsprechend adjustiert, dürfen beim Abdecken der Grube helfen. Und beim Gießen. Schließlich soll der noch kleine Baum einmal groß und stark werden und irgendwann Früchte tragen.

Sofort zugesagt

Danach geht es mit dem Bus zum Hof der Lingenhels. Er liegt etwas außerhalb der Gemeinde mit viel Platz rundherum. Die Kinder staunen. „Tante, do gibt’s Häsle“, ruft Emilia voller Entzückung. Tamara Köb lächelt. „Wir haben bei der Familie Lingenhel angefragt, ob sie dieses Projekt mit uns machen würde, und sie war sofort dabei“, erzählt die Kindergartenleiterin. „Wir tun das gerne“, sagt Karl Lingenhel, während er ein Kind nach dem anderen geduldig in die Höhe hebt, damit es Äpfel vom Baum pflücken kann. Die anderen suchen zusammen, was schon am Boden liegt. Kein Apfel, und sei er noch so unschön, entgeht den eifrig durchs Gras streifenden kleinen Händen. Alles wandert in einen großen Korb, den Karl Lingenhel vor einem offenen Fenster platziert. Dort hinein ragt auch eine aus Holz bestehende Rutsche.

Vielseitige Frucht

Der Landwirt führt die Mädchen und Buben in einen lichten Kellerraum. „Wie bringen wir jetzt den Saft aus den Äpfeln?“, fragt er die Schar. Nur mit der Hand drücken reicht nicht, wie sich die Kinder selbst überzeugen können. Also erklärt ihnen Karl Lingenhel, wie die Sache funktioniert: Zuerst die Äpfel schreddern, dann ab mit der Masse in die Presse. Den Kindern gefällt es, wie die Früchte von der Rutsche in die Zerkleinerungsmaschine hüpfen. Grad so, als ob sie einen Tanz aufführen möchten. Auch beim Probieren sind die Kinder gern zur Stelle. Denn Apfelsaft frisch gibt es nicht jeden Tag.

Was sich mit Äpfeln noch machen lässt, zeigt Agathe Lingenhel. Sie bäckt Apfelwaffeln und formt daraus kleine Boote. Und sie hat Apfelmuffins vorbereitet. Da kann keiner Nein sagen. Im Kindergarten wurde zum Abschluss auch noch einmal aufgetischt: Apfeljogurt, Apfelmus, Dörräpfel. Frei nach dem Motto: Alles Apfel, oder was?

Nett zum Anschauen und ein Genuss: Mia mit ihrem „Apfelboot“.
Nett zum Anschauen und ein Genuss: Mia mit ihrem „Apfelboot“.
Karl Lingenhel zeigt, wie sich Apfelscheiben schneiden lassen.
Karl Lingenhel zeigt, wie sich Apfelscheiben schneiden lassen.

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