Vergleich: So günstig sind Senioren-Tickets wirklich

Vorarlberg / 11.10.2013 • 18:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vergleich: So günstig sind Senioren-Tickets wirklich

Bus und Bahn für Senioren im Land teurer als in Tirol – dafür größere soziale Treffsicherheit.

Schwarzach. Das neue Tarifsystem des Verkehrsverbunds Vorarlberg hat hohe Wellen geschlagen. Vorarlbergs Pensionisten fühlten sich benachteiligt. Das Land hat nach der heftigen Kritik rasch eingelenkt und Verbesserungen für Senioren angekündigt. Doch wie gut sind die Tarife tatsächlich? Ein VN-Vergleich der Kartenpreise mit jenen in Tirol, wo es ein ähnliches Angebot gibt, zeigt teils deutliche Unterschiede. So kostet die Jahreskarte für Senioren ab 60 hinterm Arlberg 240 Euro und damit um 16 Euro weniger. Ab 75 Jahren fahren Tiroler Pensionisten das ganze Jahr um lediglich 120 Euro. Differenz: 136 Euro. Und noch ein Unterschied: Senioren-Ermäßigungen gibt es auch auf Einzelfahrten, Tages-, Wochen und Monatstickets (Anm.: in Verbindung mit der ÖBB-Vorteilscard).

Das Vorarlberger Tarifsystem hat andere Stärken. So gibt es mit den Nachbesserungen eine günstige Partnerkarte für Senioren-Ehepaare. Kostenvorteil zu den Tiroler-Tarifen: 32 Euro. Zudem fahren Ausgleichszulagen-Empfänger in Vorarlberg das ganze Jahr für 192 Euro, deren Lebensgefährten gratis. In Tirol sind solche Ermäßigungen

nicht im Tarif vorgesehen.

Unterm Strich zeigt der Vergleich günstigere Tarife in Tirol und sozial ausgewogenere Preise in Vorarlberg. „Wir haben bei unserem Tarifsystem einen anderen Schwerpunkt gesetzt. Wir wollen dort die attraktivsten Preise, wo es die Leute dringend brauchen – bei Schlechtergestellten“, erklärt Christian Hillbrand, Geschäftsführer des Verkehrsverbund Vorarlberg.

Erfolgreich verhandelt

Vorarlbergs Pensionistenvertreter haben in den letzten Wochen intensiv um bessere Tarife verhandelt. „Günstigere Tarife für Ehepartner, Ausgleichszulagen-Empfänger und deren Partner, die kostenlos fahren sowie Gratisfahrten für Begleitpersonen von Menschen, die nicht alleine fahren können“, zählt Seniorenbund-Obmann Gottfried Feurstein Verhandlungserfolge auf. Es schmerze allerdings schon, dass es die Seniorenermäßigungen für Einzelfahrten nicht mehr gebe. Zum Verhandlungsergebnis stehe man aber, so Feurstein weiter.

Der Verkehrsverbund verteidigt das Wegfallen der Ermäßigungen für Einzelfahrten mit den ohnehin niedrigen Normal-Tarifen, die auf dem Niveau der reduzierten Tiroler-Preise seien. „Auf Kurzstrecken teils sogar darunter.“ Und noch einen Punkt streicht Hillbrand heraus: das Angebot. „Im ländlichen Raum hat Vorarlberg sicherlich das dichteste Netz.“

Gut angenommen

In Tirol wurde das neue Tarifsystem gut angenommen. Seit Februar habe man 15.000 Senioren-Jahrestickets verkauft, so Verkehrsverbund-Tirol-Sprecher Philipp Penetzdorfer. Dass im Tarifsystem sowohl günstige Jahreskarten als auch reduzierte Einzelfahrten angeboten werden, habe sich bewährt.

In Vorarlberg scheint sich in diesem Punkt nicht mehr viel zu bewegen. Auch wenn die Pensionistenvertreter in den nächsten Monaten erneut zu Gesprächen im Landhaus erwartet werden. „Wir sammeln jetzt Härtefälle und werden diese dann besprechen“, sagt der Obmann des Pensionistenverbandes, Erich De Gaspari.

Deutlich billiger

Und wie gut ist der Tarif für die nicht ermäßigte Jahreskarte um 365 Euro? Auch hier lohnt sich ein Vergleich mit Tirol. Dort kostet die Karte stolze 1943 Euro – mehr als fünf Mal so viel.

Wir haben in ländlichen Regionen das dichteste Angebot.

Christian Hillbrand, VVV

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