Moped-Raser leben gefährlich

Vorarlberg / 14.10.2013 • 21:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Polizisten zeigten den Schüler was die „Geschwindigkeitsprüfrolle“ alles kann und erläuterten die Risiken des Tunings. Fotos: vn/stiplovsek
Die Polizisten zeigten den Schüler was die „Geschwindigkeitsprüfrolle“ alles kann und erläuterten die Risiken des Tunings. Fotos: vn/stiplovsek

„Sicher Mopedfahren“ steht im Mittelpunkt der Verkehrssicherheitswoche 2013.

bregenz. (VN-mef) Der Klang allein verrät schon alles: Immer wieder ziehen die Polizisten Mopeds aus dem Verkehr, die weit mehr als die erlaubten 45 Stundenkilometer auf die Rolle bringen. Auch gestern ertappten sie an der Polytechnischen Schule in Bregenz bei einer Vorführung im Rahmen der Pressekonferenz zum Start der Verkehrssicherheitswoche wieder einen jungen Fahrer, dessen Moped es auf weit über 80 km/h brachte.

Ein „auffrisiertes“ Moped kann ganz schön teuer kommen. Geldstrafen bis zu 5000 Euro drohen dem Besitzer. Im Fall eines Unfalls zahlt die Versicherung nicht. Aber noch viel schlimmer ist das Risiko, das die Jugendlichen in Kauf nehmen. „Die jungen Verkehrsteilnehmer können sich in Lebensgefahr bringen, wenn ihnen nicht bewusst ist, dass zum Beispiel Bremsen und Fahrwerk oft nicht für deutlich höhere als die zulässigen Geschwindigkeiten konstruiert sind“, betonte Rudolf Salzgeber, Chef der Vorarlberger Verkehrspolizei.

Zum Auftakt der Verkehrssicherheitswoche, deren Schwerpunkt bei „Sicher Mopedfahren“ liegt, klärten die Beamten die Jugendlichen über die Risiken und Folgen des Tunings auf und zeigten, was eine „Geschwindigkeitsprüfrolle“ alles kann.

Die Schüler durften bei Geschicklichkeitsübungen ihr Können unter Beweis stellen und den Moped-Simulator ausprobieren, mit dem sie ihre eigene Reaktionsgeschwindigkeit testen und trainieren konnten. Dass man unter Alkoholeinfluss deutlich an Reaktionsgeschwindigkeit einbüßt, erlebten sie mit der Alkohol-Simulationsbrille. Außerdem wurden ihnen die wichtigsten Erste- Hilfe-Maßnahmen gezeigt, damit sie im Fall eines Unfalls wissen, was zu tun ist. Auch die Helmabnahme wurde thematisiert.

383 Personen haben sich im Vorjahr auf Vorarlbergs Straßen bei einem Mopedunfall verletzt. „Fehlende Erfahrung und Übung, sowie Tuning und Ablenkung sind häufige Unfallursachen“, berichtete Martin Pfanner vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). Da Vorarlberg im Bundesländervergleich beim Anteil der verunglückten Mopedfahrer an erster Stelle liegt und 16-Jährige seit Jänner ein motorisiertes Zweirad mit 125 Kubikzentimeter Hubraum fahren dürfen, startete das Land Vorarlberg die Mopedinitiative 2013.

Kameras am Moped

„Im Rahmen dieser Initiative werden Moped-Unfallhäufungsstellen von Fachleuten analysiert, begangen und Verbesserungsmaßnahmen

festgelegt“, berichtete Brigitte Hutter, Vorstand der Verkehrsabteilung des Landes Vorarlberg. Mit Unterstützung der sogenannten Naturalistic-Observation-Methode, bei der am Moped montierte Kameras die Fahrt aufzeichnen, werden Fehlverhaltensmuster der Mopedlenker analysiert. Die Ergebnisse sollen dann konkret in Informations- und Übungskurse einfließen.

„Durch die Verkehrssicherheitswoche wird das breite Spektrum an Präventionsmaßnahmen aufgezeigt, das während des gesamten Jahres in Kindergärten, Schulen und Unternehmen von vielen engagierten Personen gemeinsam getragen wird“, sagte Hutter. In über 500 Bildungsstätten würden jährlich 40.000 Kinder erreicht.

Kameras zeichnen die Fahrten der Mopedlenker auf.
Kameras zeichnen die Fahrten der Mopedlenker auf.
Den Schülern wurde gezeigt, was im Falle eines Unfalls zu tun ist.
Den Schülern wurde gezeigt, was im Falle eines Unfalls zu tun ist.

Moped-Tuning

Veränderungen am Moped haben Folgen:

» Geldstrafen bis zu 5000 Euro bei illegalen Veränderungen

» Fährt das Moped schneller als gesetzlich erlaubt, ist es als Motorrad anzusehen. Lenken ohne Zulassung kostet bis zu 5000 Euro.

» Fährt das Moped schneller als erlaubt, muss der Lenker einen Motorradführerschein besitzen. Wer ohne gültigen Führerschein unterwegs ist, muss mit Geldstrafen von bis zu 2180 Euro rechnen.

» Das Kennzeichen wird abgenommen.

» Das Moped muss der Prüfstelle vorgeführt werden.

» Der Führerscheinantrag (FS L17 und FS ab 18 Jahren) kann bei Zweifel der Verkehrszuverlässigkeit abgelehnt werden.

» Bei einem Verkehrsunfall muss damit gerechnet werden, dass die Versicherung die Kosten nicht übernimmt.

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