„Komplett-Ausbau ist für uns in weiter Ferne“

Vorarlberg / 15.10.2013 • 18:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eine dritte Fahrspur ab Bludenz-Ost soll für Entlastung sorgen. Foto: VN/Schwald
Eine dritte Fahrspur ab Bludenz-Ost soll für Entlastung sorgen. Foto: VN/Schwald

Klostertal-Gemeinden für Teil-Ausbau der
S 16 mit begleitenden Maßnahmen.

Klösterle. (VN-mig) Die Verkehrsbelastung im Raum Bludenz steigt. Mit der Öffnung der zweiten Pfändertunnelröhre spitzt sich die Situation weiter zu. Verkehrsplaner des Landes befürchten für den kommenden Winter zusätzliche Stautage in der Region. Gegenüber den VN hat Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser letzte Woche den Wunsch nach einem dreispurigen Teilausbau der Arlbergschnellstraße S 16 zwischen Bludenz-Ost und Bings-Glasbühel formuliert. Gespräche mit dem Straßenbetreiber ASFINAG sind angekündigt.

 

Gemeinden eingebunden

Breite Zustimmung erfährt das Projekt von den Klostertal-Gemeinden. Regio-Obmann Dietmar Tschohl spricht von konstruktiven Diskussionen. Die betroffenen Gemeinden hätten sich in einer Arbeitsgruppe einbringen können. „Mit dem dreispurigen Teilausbau soll Platz geschaffen werden. Es gibt Auffangraum, der Stau wird verlegt“, glaubt ­Tschohl. Deshalb sei es wichtig, dass begleitende Maßnahmen getroffen werden. Lärmschutz soll im Siedlungsbereich von Stallehr und Bings angebracht werden. Auch diese Anregungen seien in der Arbeitsgruppe positiv aufgenommen worden, so der Regio-Obmann.

 

Komplett-Ausbau kein Thema

Die Klostertal-Gemeinden befürworten die kleine Ausbau-Variante, ein vierspuriger Komplett-Ausbau ist allerdings kein Thema. Während bei der ASFINAG längerfristig von „konzeptiven Plänen“ mit einer neuen Trassenführung die Rede ist, sieht die Regio Klostertal keinen Bedarf. „Abgesehen von wenigen Winterwochenenden gibt es keine entsprechende Auslastung“, so Tschohl. Die Kapazitätsgrenze der S 16 sei übers Jahr gerechnet längst nicht erreicht.

Zudem sei die Strecke mittlerweile deutlich sicherer geworden. Die Maßnahmen wie Fräsmarkierungen entlang der Sperrlinien würden Wirkung zeigen.

Die Ausbau-Diskussionen haben vor Jahren die Bevölkerung im Klostertal gespalten. Mittlerweile vertreten die Gemeinden eine klare Linie. „Ein vierspuriger Ausbau auf der jetzigen Trasse ist nicht möglich“, sagt der Regio-Obmann zu den VN. Wenn, dann müsse man über Alternativtrassen sprechen. Aber dann sei da immer noch der einspurige Arlbergtunnel „quasi als Flaschenhals“. „Viele offene Fragen“, so ­Tschohl. „Aber vor allem kein Bedarf. Ein Komplettausbau ist für uns in weiter Ferne.“

Die Kapazitätsgrenze der S 16 ist längst noch nicht erreicht.

Dietmar Tschohl, Regio-Obmann

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