Verkehr in Feldkirch ist hausgemacht

Vorarlberg / 15.10.2013 • 18:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Verkehrsanalyse an der Grenze Tisis/Schaanwald ist Teil des EInreichprojekts Stadttunnel, das derzeit von der UVP-Behörde geprüft wird. VN
Die Verkehrsanalyse an der Grenze Tisis/Schaanwald ist Teil des EInreichprojekts Stadttunnel, das derzeit von der UVP-Behörde geprüft wird. VN

Verkehrsanalyse an der Grenze Tisis zeigt: Überregionaler Durchgangsverkehr spielt nur eine marginale Rolle.

Feldkirch. (VN-sta) Wer fährt über die Grenze zwischen Feldkirch und Liechtenstein? Was ist der Grund dafür? Und wie groß ist die Motivation der Autofahrer, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer breit angelegten Verkehrsstromanalyse, die im Mai dieses Jahres am Grenzübergang Feldkirch-Tisis/Schaanwald durchgeführt wurde. Das Ergebnis: Der Verkehr auf Feldkirchs Straßen ist großteils hausgemacht. Es sind Fahrten, die ihren Ausgangspunkt oder ihr Ziel in Feldkirch haben. Der überregionale Durchgangsverkehr spielt an der Tisner Grenze hingegen nur eine marginale Rolle. Die Analyse ist Teil des geplanten Straßenbau-Megaprojekts „Stadttunnel Feldkirch“, das derzeit zur Umweltverträglichkeitsprüfung aufliegt. Die Befragung im Auftrag des Landes und der Stadt Feldkirch soll zudem aufzeigen, dass der Tunnel, konkret die Röhre in Richtung Grenze, nicht der Alpenkonvention widerspricht. Wie berichtet, berufen sich die Tunnelgegner in ihrer Kritik immer wieder auf das internationale Übereinkommen, welches den Aus- und Neubau von Transitstraßen durch die Alpen verbietet.

3800 Lenker befragt

Zur Erfassung der unterschiedlichen Verkehrsströme wurden an einem Dienstag und einem Samstag im Mai rund 3800 Fahrzeuglenker befragt (etwa 20 Prozent des Gesamtverkehrs an beiden Tagen). Wie aus der Analyse hervorgeht, stammen die Verkehrsspitzen in der Früh und am Abend von Vorarlberger Pendlern, die in Liechtenstein arbeiten. Der Berufsverkehr macht an Werktagen gut die Hälfte aus. An Samstagen überwiegt eindeutig der Freizeitverkehr. Es sind vor allem Liechtensteiner und Schweizer, die nach Vorarlberg fahren, um hier einzukaufen oder ihre Freizeit zu verbringen. Der Ziel-/Quellverkehr und Binnenverkehr dominieren am Grenzübergang Tisis demnach mit über 90 Prozent. Am Dienstag liegt der Anteil bei 93 Prozent, am Samstag bei 98 Prozent. Die Verkehrsteilnehmer außerhalb der Region waren zumeist zwischen dem Raum Zürich und Wien/Ostösterreich unterwegs. Die Nord/Süd-Verbindung – also die Achse Deutschland/Italien – wird über den Grenzübergang Feldkirch-Tisis offenbar kaum gefahren.

Lokaler Großraum

Die Befragung mache deutlich, dass die Grenzregionen in Feldkirch, Liechtenstein und der angrenzenden Schweiz als lokaler Großraum gesehen werden, so Stadttunnel-Projektleiter Arno Schwärzler. Denn: „Der überwiegende Anteil der grenzüberquerenden Verkehrsteilnehmer stammt direkt aus der Region.“ Auch deshalb sei die Alpenkonvention kein Hindernis für den Tunnel. Im Zuge der Verkehrsstudie wurde auch die Motivation der Autofahrer erhoben, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. Befragt wurden nur jene Verkehrsteilnehmer, für die eine theoretische Möglichkeit zum Umstieg auf Bus oder Bahn besteht. Die Befragung in dieser Gruppe brachte das Ergebnis, dass vor allem Pendler und Auszubildende bereit wären, auf ihr Auto zu verzichten – allerdings müsste das Angebot von Bus und Bahn verbessert werden. „Wenn mehr Umsteiger generiert werden sollen, muss an Anzahl, Schnelligkeit und Verlässlichkeit der Verbindungen angesetzt werden“, so die Studienautoren. Das Fahrrad wäre bei einer maximalen Weglänge von 15 km nur für jeden fünften Pendler eine mögliche Alternative.

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