„Wenn du die Polizei rufst, bring ich alle um“

Vorarlberg / 16.10.2013 • 21:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

feldkirch. (ec) Bei einem Ausflug nach Hohenems kam es wieder einmal zu einem Wortgefecht zwischen der Betreuerin und dem 16-jährigen Teenager. Er schimpfte und meinte unter anderem: „Wenn du die Polizei rufst, bring ich alle um.“ Anwesend war jedoch nur die eine Betreuerin. Gestern wurde der Fall am Landesgericht Feldkirch verhandelt.

Der Bursche leidet unter ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom), kann seine Impulse nur schwer kontrollieren und rastet immer wieder aus. Schon einmal musste er sich deswegen vor Gericht verantworten. In Innsbruck wurde er 2012 bedingt in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Das heißt, man trug ihm bereits im Vorjahr auf, sich gewissen Kontrollen zu unterziehen.

Nach seinem Ausraster in Hohenems wurde erneut ein Einweisungsantrag gestellt.Doch der Vorwurf ist zu wenig konkret, um als echte Straftat zu gelten, entscheidet die Justiz. Somit liegt keine Anlasstat vor. Am Ergebnis ändert dies jedoch nichts. Die bedingte Einweisung von Innsbruck ist ja nach wie vor aufrecht. Nun werden allerdings die „Spielregeln“ neu festgesetzt. Hält der junge Mann sich daran, so wie bisher, muss er nicht in eine psychiatrische Anstalt.

Gute Lösung

Für den 16-Jährigen, der seinen Hauptschulabschluss nachholen will, eine akzeptable Lösung. Er nimmt regelmäßig seine Medikamente, ist bereit, zu allen Kontrollen zu gehen und kann in einer speziell betreuten Wohneinrichtung leben. Zusammen mit jungen Menschen, die ebenfalls mit psychischen Problemen kämpfen, soll er in einen normalen Alltag zurückfinden. „Ich habe an meiner Persönlichkeit gearbeitet, es gefällt mir in der Wohneinrichtung sehr gut und ich will mit meinen Aggressionen künftig besser umgehen können“, ist der Jugendliche bereit, die geänderten Auflagen einzuhalten.

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