Vorteile für Einheimische fallen

Vorarlberg / 17.10.2013 • 18:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Einheimischen-Tarife in Vorarlbergs Skigebieten bröckeln. Grund ist eine unsichere Rechtslage. Foto: Berchtold
Die Einheimischen-Tarife in Vorarlbergs Skigebieten bröckeln. Grund ist eine unsichere Rechtslage. Foto: Berchtold

Aus Sorge um Rechtslage werden in vielen Skigebieten Einheimischen-Tarife abgeschafft.

Schwarzach. „Ich sehe keinen Grund, vor der EU in vorauseilendem Gehorsam gleich in die Knie zu gehen“, richtete Landeshauptmann Markus Wallner einen Appell an Vorarlbergs Skiliftbetreiber. Ein EU-Vertragsverletzungsverfahren wegen der Felbertauernautobahn hatte die Einheimischen-Ermäßigungen in die Kritik gebracht. Die Einschätzung des Landes, wonach günstigere Tarife für Einheimische möglich seien, findet in den Skigebieten allerdings wenig Glauben. „Wir sind da ganz und gar nicht so optimistisch wie der Landeshauptmann“, sagt Wolfgang Beck, Sprecher der heimischen Seilbahnen und Geschäftsführer des 3Täler-Pools. In Vorarlberg hätten bereits viele Liftbetriebe die Ermäßigungen abgeschafft, zuletzt sind auch entsprechende Vergünstigungen auf den 3TälerPass weggefallen. Man reagiere damit auf eine Anzeige aus dem Vorjahr, erklärt Günter Oberhauser, Chef der Skilifte Warth und Beirat-Obmann des 3Täler-Pools. Mit dem neuen Tarif habe man sich den Rahmenbedingungen angepasst, auch wenn noch nichts ausjudiziert sei. Beck erklärt die Maßnahme „als ein Vorwegnehmen einer Endlos-Diskussion, die auf uns zukommen wird“. Den 41 Skigebieten des Pools habe man ebenfalls empfohlen, so zu handeln, so Beck. „Wobei jedes Poolmitglied für seine Tarife selbst verantwortlich ist“, wie Günter Oberhauser festhält. In Warth etwa würde es Ermäßigungen auf Tageskarten geben, Saisonkarten seien davon ausgenommen.

Bereits seit dem Winter 2010/2011 gibt es im größten Skigebiet des Montafons, der Silvretta Montafon, keine günstigeren Skikarten für Vorarlberger. „Aufgrund rechtlicher Bedenken“, wie Regina Knünz auf VN-Anfrage erklärt.

Ermäßigungen am Arlberg

Einzig der Arlberg trotzt dem drohenden rechtlichen Unheil. Dort gibt es Ermäßigungen für Vorarlberger und ­Tiroler auf Tageskarten (rund 10 Prozent). Den Arlberg-Skipass gibt es mit Hauptwohnsitz in einer der Arlberggemeinden um 30 bis 40 Prozent günstiger. Wobei grundsätzlich nicht auf die Nationalität, sondern ausschließlich auf den Hauptwohnsitz geachtet werde, wie Klaus Huber, Geschäftsführer des Ski Arlberg Pool West betont. Diese Vorgehensweise sehe man als rechtskonform an. Aber auch er räumt ein, die rechtliche Entwicklung weiter genau zu beobachten. „Wenn wir unter Zugzwang kommen, werden auch wir reagieren müssen.“

„Urteil erst in einigen Jahren“

Landeshauptmann Markus Wallner hatte den Liftbetreibern empfohlen, an den Ermäßigungen für Einheimische festzuhalten. Noch liege auch beim Tiroler Mautverfahren kein endgültiges Urteil des Europäischen Gerichtshofs vor. Und das gelte es jedenfalls abzuwarten. Zudem könne das Verfahren noch einige Jahre in Anspruch nehmen, glaubt man im Land.

Eine aktuelle Übersicht, welche Skigebiete Vergünstigungen für Einheimische anbieten, gibt es laut Seilbahnsprecher Beck nicht. Auch an den Liftkassen wird man vergebens nach Hinweisen suchen. „Weil das zu ständigen Diskussionen führen würde“, so die Erklärung.

Wir sind da nicht so optimistisch wie der Landeshauptmann.

Wolfgang Beck, SeilbahnSprecher

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