Theresia Felder (90)

Vorarlberg / 18.10.2013 • 17:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Andelsbuch. Ein besonderes Fest des Lebens feiert heute die Jubilarin Frau Theresia Felder.

Ihre Erinnerungen beginnen, wie sie als fünfjähriges Mädchen verschüchtert und erschreckt in einer Ecke saß, als ihr Vater – beim Brunnengraben von einem herabfallenden Stein tödlich getroffen – ins Haus getragen wurde. Aufgewachsen als Jüngste der Familie Kempf an der Hub, war sie nach der Schulzeit im Dienst als Haushaltshilfe und Kindermädchen. Während dieser Dienstzeit sind drei Kinder gestorben, was sicher ihre Liebe und Fürsorge geweckt hat.

Anfang der Fünfzigerjahre hat sie den Bauern Jakob Felder vom Moos geheiratet und innerhalb der ersten fünfzehn Ehejahre wurde sie selbst mit elf Kindern für ihre Mutterrolle reichlich ausgestattet.

Aus dieser Zeit berichtet „Thres“, dass es immer im Herzen wehtat, wenn es wieder hieß: Nachrücken! Schlafstellenwechsel – aus dem „Gräble“ ins Gitterbett, von dort vielleicht in die Stube zum Ofen oder auch gleich nach oben in die „Buobo- odr Schmelgokammr“. Der Tisch war beim Essen immer voll besetzt, die Mutter hatte keinen festen Essplatz und hat mit dem Teller in der Hand rundum dazugeschaut, dass niemand zu kurz kommt.

Seit ihrer frühesten Kindheit ist sie mit den Arbeiten in Feld und Stall und mit Pferden vertraut und stolz darauf, mit diesen auch umgehen zu können.

Vor mehr als dreißig Jahren ist ihr Mann Jakob gestorben und danach hat sie viele Sommer auf Alpen verbracht.

Drei Oberschenkelhalsbrüche hat sie überstanden, seither sind Mistgabel oder Besen gleichermaßen für sie Arbeitsgerät und Gehhilfe. Vor Kurzem war sie wieder im Krankenhaus und hat daran gezweifelt, ob sie den Neunziger erleben wird. Umso mehr freut sie sich, nun daheim „geborgt“ sein zu dürfen, und von ihrem Krankenbett aus das Vieh und die drei Noriker von Hubert zu sehen und sich von Lisa und den Krankenschwestern versorgt zu wissen.

Kinder und Schwiegerkinder, 25 Enkel und 13 Urenkel, Nachbarn und viele Bekannte teilen diese Freude und wünschen der Jubilarin zu ihrem hohen Geburtstag, dass sie noch länger möglichst beschwerdefrei unter uns leben kann.

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