Opfer nackt im Wald zurückgelassen

Vorarlberg / 21.10.2013 • 21:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Teenager verpassten 15-Jährigem eine „Abreibung“ und saßen nun vor Gericht.

feldkirch. (ec) Die drei Angeklagten, zwei Burschen und ein Mädchen, interessiert alles, was andere 14-Jährige auch interessiert: Facebook, erste intime Kontakte, anderen einen Streich spielen. Mit ihrer Aktion im März dieses Jahres trieben es die drei allerdings zu weit. Ihr gemeinsamer Internet-Kontakt begann sie zu nerven. Aufgegriffene sexuelle Themen wollte man mit ihm nicht mehr diskutieren und überhaupt war die Clique seiner überdrüssig. So lockten die drei den 15-Jährigen in ein Waldstück in der Nähe einer Lustenauer Schule. Es war gegen 20 Uhr und bereits dunkel. Im Wald sprang dann einer der Teenager aus dem Gebüsch und schlug den Buben zusammen.

Fiese Tour

Das Mädchen lauerte ebenfalls im Wald, sie sollte die ganze Sache filmen, was daran scheiterte, dass das Licht nicht ausreichte um scharfe Bilder zu machen. Das Opfer bettelte, der Angreifer solle ablassen, dafür werde er ihm demnächst 100 Euro mitbringen. Aus Spaß an der Erniedrigung befahl der 14-Jährige jedoch, sein Gegenüber solle sich nackt ausziehen. „Mir ging es um Demütigung“, räumt der Junge vor Gericht ein. Dann rannte der Täter mit den Kleidern davon, der Junge blieb nackt im kalten Wald zurück. Eine Weile später läutete der völlig Verängstigte an einer fremden Türe und erzählte von dem Vorfall, der ihm zahlreiche blaue Flecken am Kopf eingebracht hatte.

Zwei der drei Kids haben noch mehr „zu bieten“. Der Schläger griff einen weiteren Jugendlichen an, brach ihm die Nase. Dieses Opfer musste operiert werden. Weiters stahl der durchaus intelligente junge Mann im Sparmarkt Zigaretten im Wert von knapp 40 Euro und im Mediamarkt Videospiele. Auch das Mädchen versuchte zu klauen, wurde aber erwischt. Die drei beteuern, dass ihnen heute alles leid tue. Wegen Körperverletzung und Nötigung werden alle schuldig gesprochen. Dazu kommen noch die Diebstähle.

Der brutale Schläger bekommt vier Monate Haft auf Bewährung plus 720 Euro Geldstrafe. Die anderen zwei müssen 360 Euro bezahlen und 360 Euro stehen als Rute im Fenster, falls sie nochmals etwas anstellen. Die Opfer erhalten zumindest Teilschmerzengeldbeträge. Alle Urteile sind nicht rechtskräftig.

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