FL: Abtreibungen sollen entkriminalisiert werden

Vorarlberg / 22.10.2013 • 20:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Vaduz. (VN) Nach eineinhalb Jahren relativer Ruhe ist das Dauerthema Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in Liechtenstein wieder auf der politischen Agenda. Parlamentarier der FBP verlangen, dass Frauen, die im Ausland abtreiben lassen, im Fürstentum nicht dafür bestraft werden. Die parlamentarische Initiative wurde vergangene Woche eingereicht, wie die sechs Abgeordneten der Regierungspartei FBP mitteilten.

Überraschend ausführlich nahm Erbprinz Alois zur FBP-Initiative Stellung. Weniger Überraschungen gab es inhaltlich: Einer Fristenlösung erteilte er einmal mehr eine Absage. „Mit der Zeit verändert eine Fristenregelung nämlich die Wertehaltung der Gesellschaft dem menschlichen Leben gegenüber. Selbst wenn der Schwangerschaftsabbruch insgesamt formal per Gesetz weiterhin verboten bleibt, wird er aufgrund der Straffreiheit während den ersten Schwangerschaftswochen in der Praxis als erlaubt angesehen und gesellschaftlich akzeptiert“, so der Erbprinz in der Mitteilung.

Volk stimmte gegen Lösung

Bis im Frühling letzten Jahres war die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in Liechtenstein ein Dauerbrenner. Doch weder politische Vorstöße noch eine Volksabstimmung führten zu einer Änderung der Verhältnisse. Die Einführung einer Fristenregelung wurde 2011 an der Urne mit 52 Prozent Nein-Stimmen verworfen. Auch das Fürstenhaus hatte sich dagegen ausgesprochen und angekündigt, im Notfall sein Veto einzulegen. Schätzungen zufolge fahren etwa 50 Frauen pro Jahr für einen Eingriff ins benachbarte Ausland, vorzugsweise nach St. Gallen oder Chur.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.