Pensionist tötet kranke Ehefrau und sich selbst

Vorarlberg / 23.10.2013 • 21:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Spurensicherung: In der Garage sollen die tödlichen Schüsse gefallen sein. Foto: vn/hofmeister
Spurensicherung: In der Garage sollen die tödlichen Schüsse gefallen sein. Foto: vn/hofmeister

Ermittlungen nach Familientragödie im Kleinwalsertal – Spekulationen über Motiv.

hirschegg. (VN-mef) In einem Einfamilienhaus in Hirschegg hat sich am Dienstag ein Familiendrama ereignet: Ein 75-jähriger Kleinwalsertaler tötete seine um zwei Jahre jüngere, pflegebedürftige Ehefrau. Anschließend nahm er sich selbst das Leben. Der Sohn des Ehepaares entdeckte die Leichen wenig später in der Garage des Hauses in Hirschegg.

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass es sich um eine Verzweiflungstat gehandelt hat. Für eine Tötung auf Verlangen gebe es bislang keine Hinweise, ausgeschlossen werden könne aber auch dieses Motiv nicht. In den kommenden Tagen soll das Umfeld des Ehepaares befragt werden, um die näheren Umstände zu klären.

Im Heim abgeholt

Die 73-Jährige war nach einem Schlaganfall schwer beeinträchtigt und hielt sich zur Rehabilitation in einem Pflegeheim in Deutschland auf. „Ihr Mann hat sie am Dienstag um 16 Uhr im Heim abgeholt und ist mit ihr nach Hause gefahren“, berichtete Chef­ermittler Norbert Schwendinger vom Landeskriminalamt. In der Garage sollen dann die Schüsse gefallen sein.

„Mit einem Schuss in die Brust tötete der Mann erst seine Frau, dann den gemeinsamen Hund und schließlich mit einem Kopfschuss sich selbst“, sagte Schwendinger weiter. Das Gewehr habe der 75-jährige leidenschaftliche Jäger legal besessen.

Dass eine dritte Person an der Tat beteiligt gewesen sein könnte, schließen die Beamten nach derzeitigem Ermittlungsstand aus. „Es sieht so aus, als ob der Ehemann mit der familiären Situation nicht mehr zurechtgekommen ist und aus Verzweiflung gehandelt hat“, vermuten die Polizisten.

Das Ehepaar hätte quasi ein Leben lang Seite an Seite gelebt. Dann erlitt die Frau einen Schlaganfall und wurde zum Pflegefall. Der 75-Jährige habe sich danach offenbar liebevoll um seine schwer kranke Partnerin gekümmert, bis es am Dienstag zur Tragödie kam.

Keine Ankündigung

Derzeit gebe es keine Hinweise, dass der Mann die Tat angekündigt hätte, erklärte der Chefermittler. Auch nicht dazu, ob die Frau einen konkreten Todeswunsch geäußert habe. Ob ein Abschiedsbrief gefunden wurde, war vorerst ebenfalls nicht bekannt.

Polizei alarmiert

Kurz nach 18 Uhr hatte der Sohn des Ehepaares am Dienstag seine toten Eltern entdeckt und die Polizei alarmiert. Gemeinsam mit den Beamten der Polizeiinspektion Kleinwalsertal ermittelt seitdem das Landeskriminalamt in dem Fall. „Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion angeordnet. Diese soll nun Aufschluss zum Tat­hergang bringen“, berichtete Schwendinger.

In der Talschaft herrscht nach der Familientragödie große Betroffenheit. Das Ehepaar war im Kleinwalsertal bekannt und sehr beliebt.

Der Mann tötete erst seine Frau, dann den Hund und mit einem Kopfschuss sich selbst.

norbert schwendinger

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.