Politische Bildung: Der Schülerkampf geht weiter

Vorarlberg / 27.10.2013 • 19:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Vorarlberger Schülervertreter verbünden sich mit Kollegen aus anderen Bundesländern.

Bregenz. (VN-hk) Vorarlberger Schülervertreter „verbeißen“ sich immer stärker in ihre Forderung nach Einführung des Faches Politische Bildung. In einer Presseaussendung gibt die Schülerunion nun bekannt, dass sie mit ihrem Anliegen bundesweit Verbündete hat. „Oberösterreich hat bereits eine Resolution an die Bundesregierung beschlossen, auch in Wien bröckelt die Mauer“, teilt Sandro Tirler (19), Pressesprecher der Schülerunion mit. Eine Delegation der Schülerunion wurde bei Landeshauptmann Markus Wallner (45) vorstellig. „Wir werden den Demokratieführerschein von der kommenden Regierung einfordern“, versprach Wallner Unterstützung für die Anliegen der Schüler.

Gemeinsam

Die Schülerunion ist nicht die einzige Schülervertretung in Vorarlberg, die ein Fach Politische Bildung ab der siebten Schulstufe verlangt. Auch die Aktion Kritischer Schüler stellt sich – die VN berichteten – hinter diese Forderung. Maximilian Blaßnig (18), aktiver AHS-Landesschulsprecher und Frontmann der AKS, hat sich ebenfalls unmissverständlich für die Aufnahme von Politischer Bildung in den Stundenplan ausgesprochen. „Es ist ja komisch, dass man so etwas überhaupt noch fordern muss“, sieht Blaßnig höchsten Handlungsbedarf. Die Schülerunion stützt sich in ihrem Begehr auch auf eine Online-Umfrage von VOL. Danach haben sich 92 Prozent aller User für die Einführung von Politischer Bildung als eigenständiges Schulfach stark gemacht.

Mennel mit an Bord

Mit an Bord wissen die Schüler auch Schullandesrätin Bernadette Mennel. Im VN-Interview vom vergangenen Freitag ließ auch Mennel keinen Zweifel daran, dass sie Politische Bildung als eigenes Schulfach für sinnvoll hält. Noch im Dezember will sie einen einstimmigen Landtagsbeschluss zur Untermauerung der Forderungen beim Bund erreichen.

Hilfe von Experten

Zu den Unterstützern dürfen die Schüler jetzt auch Experten zählen. Wolfgang Weber (53), bekannter Zeithistoriker mit Lehrtätigkeit an der Universtität Innsbruck, macht sich für das Fach Politische Bildung an Schulen stark. Bereits vor Jahren habe er dem für das Lehramtsstudium zuständigen Dekan Vorschläge gemacht, wie das Fach Politische Bildung besser in das Curriculum für Lehramtsstudierende unterzubringen sei. Dasselbe habe er an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg vorgeschlagen. „Ich finde das Agieren der Landesschulsprecher sehr vernünftig“, zollt der Historiker den Schülern großes Lob.

Dass die Jugendlichen in Österreich mehr Wissen über Demokratie brauchen, ist unbestritten. Nirgends in Europa darf ja schließlich schon mit 16 gewählt werden.

Ich finde das Agieren der Landesschulsprecher sehr vernünftig.

Wolfgang Weber

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