Bilanz in Feld und Garten

Vorarlberg / 28.10.2013 • 20:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Süß aber eher klein. Das sind die hervorstechenden Eigenschaften der Äpfel im Erntejahr 2013. Foto: VN/Steurer
Süß aber eher klein. Das sind die hervorstechenden Eigenschaften der Äpfel im Erntejahr 2013. Foto: VN/Steurer

Kleinere Äpfel, kleinere Kartoffeln, geringere Erträge: Das brachte das Erntejahr 2013.

Bregenz. (VN-hk) „Nein, nein“, beruhigt Ulrich Höfert (51), Obstbaureferent bei der Landwirtschaftskammer, „es besteht kein Grund zur Beunruhigung. Auch das heurige Erntejahr kann man noch als normal bezeichnen.“ Nachsatz: „Halt im unteren Bereich der normalen Bandbreite.“ Überdurchschnittlich gut war das Jahr 2013 für den Obst- und Gemüsebau in Vorarlberg laut Höfert im Vergleich mit einigen anderen Bundesländern. „In Innerösterreich litten die Agrarproduzenten noch viel mehr unter dem nassen Wetter im Frühjahr.“

Gute Qualität

Klar, auch Vorarlberg hat schon bessere Erntejahre gesehen. Zum Beispiel mit größeren Kartoffeln oder Äpfeln. Von denen es überdies auch mehr zu ernten gab. „Vor allem im Rheintal machte die Staunässe den Kartoffeln zu schaffen“, erläutert Höfert. In Kombination mit der folgenden Hitze kam es bei den beliebten Früchten zu einer Keimhemmung. Als dann wieder der Regen kam, trieben die Kartoffeln neu aus. Das Wachstum erfolgte schließlich in den Blättern genauso wie in den Knollen. Und so gerieten dann eben auch die aus Vorarlberger Kartoffeln gewonnenen Pommes Frittes kleiner. Doch der schlechten Nachricht kann Ulrich Höfert stets auch die gute Nachricht folgen lassen. „Die Qualität der Kartoffeln ist trotzdem gut.“

Ernte noch nicht vorbei

Die „erzeugten Mindermengen“ (Fachausdruck für Ernterückgänge) erklären sich im Obst- und Gemüsebau auch durch die Probleme mit den Pflanzmaschinen. Diese konnten aufgrund der lange anhaltenden Nässe nicht durch die Felder fahren. Im Raum Höchst und in Schlins wurden zudem größere Mengen an Obst durch heftige Hagel-Unwetter zerstört. „Doch was regional geerntet wurde“, und damit ist Ulrich Höfert wieder bei der guten Nachricht, „fand im Land besonders auf den Märkten reißenden Absatz.“

Noch ist das Erntejahr nicht ganz vorbei. Lauch, Sprossenkohl und verschiedene Krautsorten warten darauf, aus der Erde gezogen zu werden.

Arbeit im Garten

Noch nicht vorbei ist auch die Saison in den Gärten. Der ungewöhnlich warme Oktober hat die Zeit des Wachstums nach hinten verschoben. „Wer jetzt noch einmal mäht“, meint Experte und Gartenprofi Reinhard Brunner (46), „der mäht vielleicht auch noch ein weiteres Mal in diesem Jahr. Natürlich hängt das ganz von der weiteren Wetterentwicklung ab.“ Ein guter Zeitpunkt ist jetzt laut Brunner für das Zurückschneiden der Bäume und Sträucher. Nicht schneiden sollte man jedoch Frühjahrsblüher wie Forsythien, Mag­nolien oder Zierkirschen. Optimal ist die Zeit nun auch zum Stecken von Tulpen-, Krokuss- oder Narzissenzwiebeln. Auch das Setzen von wurzelnackten Gehölzen wie Bäumen, Sträucher und Koniferen sei jetzt wärmstens zu empfehlen.

„Beim Rasen sollte man darauf achten, die Blätter vor dem Wintereinbruch von der Oberfläche zu entfernen. Und natürlich gehören bald auch alle mediterranen Pflanzen an trockene, kühle und helle Örtchen“, rät Experte Brunner.

Jetzt ist die beste Zeit zum Stecken von verschiedenen Blumenzwiebeln.

Reinhard Brunner