Vorwurf: 13-Jährige bei Wanderung vergewaltigt

Vorarlberg / 28.10.2013 • 22:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Unterländer soll vor zehn Jahren Freundin seiner Töchter missbraucht haben.

feldkirch. (ec) Auf Vergewaltigung lautet die Anklage gegen einen 48-jährigen Unterländer. Der erste Vorwurf, welcher dem Mann gemacht wird, betrifft eine Jugendfreundin seiner Töchter. Er soll sich vor zehn Jahren an der damals 13-Jährigen vergangen haben.

Im Teenageralter zog das mutmaßliche Opfer gemeinsam mit den Töchtern des Angeklagten um die Häuser. Und das – laut Angaben der Zeuginnen – sehr ausschweifend. „Sie ließ nichts anbrennen, trank reichlich, oftmals bis zum Umfallen und war oft nächtelang unterwegs.“ Eines Morgens soll das Mädchen dann mit dem damals 38-jährigen Mann zu einer Alpe aufgebrochen sein. Am Weg dorthin habe sie dieser dann vergewaltigt, so die heute Erwachsene. Nun versucht der Senat jenen Morgen des Jahres 2003 zu rekonstruieren.

Schwer traumatisiert

So wurden gestern zahlreiche Zeugen am Landesgericht Feldkirch einvernommen. Keiner konnte bestätigen, dass der Mann damals zu früher Stunde mit dem Mädchen von einem Dornbirner Gasthaus aus aufgebrochen war. Alle bestätigten zwar, dass der Unterländer, der oft zu dieser Alpe ging, in der Regel erst so gegen Mittag aufbrach, den morgendlichen Ausflug ausschließen konnte aber auch niemand. Was jedoch feststeht, ist, dass die damals 13-Jährige nach der angeblichen Vergewaltigung schwer traumatisiert war. Die Verteidigung gibt zwar zu bedenken, dass das Mädchen unter der Trennung ihrer Eltern litt, doch der Sachverständige Wilhelm Jochum stellte klar: „Für jeden erfahrenen Psychiater weist eine derartige Gefühlsstörung auf sexuellen Missbrauch hin.“ Das Mädchen verletzte sich immer wieder selbst, schnitt sich, konnte sich selbst nicht spüren, fühlte sich leer und versuchte, sich selbst umzubringen. Alpträume und Unruhe plagten sie, im Bett schlug sie um sich, Männern gegenüber zeigte sie sich aggressiv. Was der Senat am Ende des Beweisverfahrens für erwiesen hält, ist offen. Es musste vertagt werden.

Neben dieser Vergewaltigung soll es noch zu einem zweiten Vorfall im Februar 2013 gekommen sein. Dabei soll der Mann nach einem Streit seine Ehefrau zum Sex gezwungen haben. Auch hier gibt es noch kein Ergebnis des Beweisverfahrens.

Für jeden erfahrenen Psychiater weist eine derartige ­Gefühlsstörung auf sexuellen Missbrauch hin.

wilhelm jochum, psychiater

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.