Wahlkampf ohne Plakat

Vorarlberg / 29.10.2013 • 19:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sollen bei kommender Gemeinderatswahl nicht „das Bludenzer Stadtbild verschandeln“: Plakate wahlwerbender Parteien. Foto: VN/Meznar
Sollen bei kommender Gemeinderatswahl nicht „das Bludenzer Stadtbild verschandeln“: Plakate wahlwerbender Parteien. Foto: VN/Meznar

Plakatkampagnen vor Wahlgängen scheinen an Bedeutung zu verlieren. So auch in Bludenz.

Bludenz. Dort macht Bürgermeister Mandi Katzenmayer als Stadtparteichef der Volkspartei höchstpersönlich einen Vorstoß in Sachen „Plakat-Boykott“. Rund zwei Jahre vor der nächsten Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahl 2015 fordert der Stadtchef bereits „ein striktes Plakatverbot“.

Antrag in der Rathaussitzung

Um dies in die Tat umsetzen zu können, wird Katzenmayers Fraktion schon bei der nächsten Rathaussitzung am Dienstag, 12. November, einen diesbezüglichen Antrag einbringen. „Ich ersuche alle Fraktionen um ihre Zustimmung und hoffe damit auf ein einstimmiges Ergebnis“, bestätigt Katzenmayer im Gespräch mit den VN seine „bereits vor den letzten Gemeindewahlen gewälzten Pläne für einen Plakatverzicht“.

„Bürger lehnen Plakate ab“

Den Grund für seinen Vorschlag umschreibt Katzenmayer so: „Die Bürger lehnen Wahlplakate überwiegend ab. Sie kosten nur viel Geld, bringen wenig und verschandeln das Ortsbild.“ Darüber hinaus, so das Stadtoberhaupt, „würden Plakate bei den Bürgern nicht wirklich ankommen, die Wirkung ist meiner Meinung nach bescheiden“. Für ihn steht deshalb eines fest: „Es überwiegt der Ärger darüber, eine solche Werbung ist nicht mehr zeitgemäß.“ Die beste Werbung für eine Partei stelle nämlich die tägliche Arbeit, vor allem der persönliche Kontakt mit dem Wähler dar. Dies gelte ganz besonders auf der Gemeindeebene.

„Internet verstärkt nutzen“

Aus seiner Sicht würden „das Internet und vor allem die sogenannten neuen Medien in der politischen Werbung eine immer gewichtigere Rolle spielen“. Aus diesem Grund werde seine Partei die Schiene der neuen Medien in der Wahlkampfwerbung „vermehrt nutzen“. Er persönlich schätzt den bisherigen Aufwand für Wahlplakate der im Bludenzer Rathaus vertretenen Fraktionen auf rund 20.000 Euro.

Vorstoß in der AK gescheitert

Landesweit ins Rollen gebracht hatte die Debatte über die Sinnhaftigkeit von Wahlplakaten Dieter Egger als Parteichef der Freiheitlichen. Eggers Vorschlag auf einen Plakatverzicht beim Kampf um Landtagssitze im Herbst kommenden Jahres war sogar bei SPÖ-Klubchef Michael Ritsch auf offene Ohren gestoßen. Der jüngste Vorstoß von AK-Präsident Hubert Hämmerle, im AK-Wahlkampf im Jänner 2014 auf Plakate zu verzichten, war am Veto der FSG-Gewerkschafter gescheitert (die VN berichteten mehrfach).

Die beste Werbung für eine Partei bleibt die tägliche politische Arbeit und der persönliche Kontakt.

Mandi Katzenmayer

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