Zum Gedenken

Vorarlberg / 30.10.2013 • 18:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Gottlieb Klocker

Schröcken-Nesslegg. Am 18. Oktober 2013 verabschiedeten sich eine große Trauerfamilie und viele Trauergäste von Gottlieb Klocker, der nach einem langen Leben, kurz vor seinem 100. Geburtstag, verstorben ist.

Er wurde am 23. Oktober 1913 als zweites Kind der Familie Eduard und Katharina Klocker in Nesslegg geboren und wuchs mit zwei Geschwistern und drei Stiefgeschwistern auf.

Gottlieb hatte es in seinem langen Leben nicht immer leicht. Seinen Vater hat er nie gekannt, er ist im ersten Weltkrieg gefallen, als Gottlieb nicht mal zwei Jahre alt war. Kaum aus dem schulpflichtigen Alter heraus, übernahm er den elterlichen Hof in Nesslegg, der damals nur über einen Saumpfad erreichbar war und über eine provisorische Seilbahn versorgt wurde. In dieser Zeit verdiente er sich bereits ein Zubrot als Skilehrer – 1937 legte er die staatliche Prüfung ab und 1987 wurde er für 50-jährige ­Mitgliedschaft bei der Skischule Schröcken-Hochkrumbach zum Ehrenmitglied ernannt. Sporadisch war er auch noch im hohen Alter mit Gästen auf der Piste unterwegs. Den Zweiten Weltkrieg erlebte er vom ersten bis zum letzten Tag, wurde verwundet und geriet in Gefangenschaft, aus der
er erst im Sommer 1945 in
die Heimat zurückkehren konnte.

1948 heiratete er Stephanie Holzinger aus Oberösterreich, die im nahen Gasthaus „Widderstein“ tätig war. Zwei Söhne und drei Töchter entstammten dieser Ehe. Schwere Schicksalsschläge, den Tod seiner Gattin 1977, des Sohnes Peter, der als Hof­erbe vorgesehen war, sowie seines Enkels Mario, den er durch einen Unfalltod 1995 verlor, überwand Gottlieb mit seiner positiven Lebenseinstellung. Neben Beruf und Familie fand er auch noch Zeit für vielfältige ehrenamtliche Tätigkeiten. So war er Mitglied beim Kirchenchor, Viehzuchtverein, der Feuer­wehr, der Bergrettung, im Skiclub, Gründungsmitglied der Wassergenossenschaft Höfle-Nesslegg und 30 Jahre lang Gemeindevertreter.

Die letzten Jahre wurde er von seiner Tochter Annemarie zu Hause betreut. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Bergfriedhof Schröcken.

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