„Bären“-Kreuzung: „Wie eine Spinne im Netz“

21.11.2013 • 20:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
40.000 Pkw und 1500 Lkw fahren täglich über die „Bären“-Kreuzung. Kommt der Stadttunnel, sollen es deutlich weniger werden. Foto: HB
40.000 Pkw und 1500 Lkw fahren täglich über die „Bären“-Kreuzung. Kommt der Stadttunnel, sollen es deutlich weniger werden. Foto: HB

Warum es sich in Feldkirch immer staut und der Stadttunnel „die einzige Lösung“ ist: Die VN haben nachgefragt.

Feldkirch. (VN-sta) Gäbe es eine Liste der zehn unbeliebtesten, ja verhasstesten Kreuzungen Vorarlbergs, stünde die „Bären“-Kreuzung in Feldkirch mit weitem Abstand auf Platz eins. Nirgendwo sonst im Land müssen Autofahrer so häufig und so lange warten, bis sie ihren Weg fortsetzen können. 40.000 Pkw und 1500 Lkw pusten dort täglich eine Menge Abgase in die Luft und sorgen damit für anhaltend hohe Schadstoffwerte. Wie berichtet, wurde an der Messstelle „Bären“-Kreuzung im Vorjahr die dritthöchste Stickoxid-Belastung Österreichs gemessen. Der Jahresmittelwert war laut einer VCÖ-Analyse fast doppelt so hoch wie das österreichische Immissionschutzgesetz-Luft erlaubt.

Doch was macht die „Bären“-Kreuzung eigentlich zu einem derart neuralgischen Punkt, woher kommen die Autos und wohin fahren sie, warum verschlechtert sich die Verkehrslage zusehends und gibt es eigentlich Entlastungsideen außer dem geplanten Stadttunnel? Die VN haben beim Verkehrsplanungsbüro Besch & Partner nachgefragt: Geschäftsleiter Gerhard Engstler sieht die Hauptursache für die täglichen Staus in der topografisch schwierigen Lage Feldkirchs. „Die Stadt ist eingeklemmt zwischen Ardetzenberg, Blasenberg, Stadtschrofen und Känzele.“ Die „Bären“-Kreuzung sei da „wie die Spinne im Netz“, so der Verkehrsexperte. Dornbirn kämpfe zwar mit einer ähnlich hohen Verkehrsbelastung, der Verkehr könne sich dort aber besser auffächern. Eine Möglichkeit, die Kreuzung zu vergrößern, sieht Engstler nicht. „Wir haben aus jeder Zulaufrichtung schon drei Spuren. Mehr Platz gibt es dort nicht.“

Verkehr „hausgemacht“

Der Verkehr auf der „Bären“-Kreuzung sei größtenteils hausgemacht, sagt Engstlers Kollege Herwig Bobleter, der auch gleich die Zahlen parat hat. „Etwa 40.000 Autos sind dort täglich unterwegs. An der Grenze in Tisis zählen wir weniger als 10.000 Pkw. Das heißt, dass der überwiegende Teil im Großraum Feldkirch unterwegs ist.“ Beim Schwerverkehr verhält es sich nicht viel anders: Von den 1500 Lkw, die täglich über die „Bären“-Kreuzung rollen, fährt laut Bobleter nur etwa ein Drittel über die Grenze.

Deutliche Entlastung erwartet

Die mancherorts geäußerte Kritik, wonach der Stadttunnel die „Bären“-Kreuzung nicht wesentlich entlasten würde, können die Verkehrsexperten nicht nachvollziehen. Denn die Untersuchungen hätten ergeben, dass sich die Situation entscheidend verbessern wird. Man rechnet mit 60 Prozent weniger Lkw und etwa 25 Prozent weniger Pkw auf der „Bären“-Kreuzung.  Dass der Transitverkehr in die Schweiz „großartig zunehmen wird“ glaubt Bobleter nicht. Sein Argument: „Im Stadttunnel darf nicht schneller gefahren werden als auf der jetzigen Verbindung. Auch was die Schadstoffbelastung betrifft, verspricht man sich eine deutliche Verbesserung. Stadttunnel-Projektleiter

Arno Schwärzler vom Landesstraßenbauamt: „Vor allem durch die Verlagerung des Schwerverkehrs werden wir zumindest die europäischen, wenn nicht gar die strengeren österreichischen Grenzwerte einhalten können.“

Der Verkehr auf der ,Bären‘-Kreuzung ist großteils hausgemacht.

Herwig Bobleter