Per Bus auf der Jagd nach Verbrechern

Vorarlberg / 03.12.2013 • 22:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Das verbirgt sich hinter der „Schengen-Bus“-Karosserie.

Bregenz. (VN-ger) Am 20. Okto­ber klickten für einen 37-jährigen Palästinenser und einen 27-jährigen Schweden in Vorarlberg die Handschellen. Die beiden Männer wollten sieben Erwachsene und vier Kinder aus Syrien von Italien über die Schweiz, Österreich und Deutschland nach Schweden bringen. Doch die Schlepper hatten die Rechnung ohne die Polizei gemacht: Bei Hörbranz gerieten sie mit ihren Fahrzeugen in eine AGM-Kontrolle. Das Kürzel AGM steht für Ausgleichsmaßnahmen. Es handelt sich hierbei um eigene Dienststellen, deren Aufgabe es ist, den Wegfall der Grenzkontrollen aufzufangen. In Vorarlberg sind die AGM-Beamten in Bregenz, Feldkirch-Gisingen und Lustenau stationiert.

Im Mittelpunkt der Kon­trollen stehen illegale Migration, Schlepperei, Menschenhandel, Kfz-Verschiebung, illegaler Handel mit und Transport von Suchtmitteln, Waffen und Sprengstoffen, Ausfuhr von Diebesgut sowie Fälschungen und Verfälschungen von Dokumenten.

Im Hinterland

„Mit dem Schengen-Abkommen haben sich die Kontrollen ins Hinterland verlagert“, erläutert Walter Zimmermann (56), stellvertretender Dienststellenleiter in Bregenz. Überwacht werden Hauptreiserouten, Bahnhöfe oder internationale Reise­züge.

Auf den Straßen sind die Vorarlberger AGM-Streifen mit zwei weißen Mercedes Sprintern unterwegs. Die sogenannten „Schengen-Busse“ mögen unscheinbar aussehen, dahinter jedoch verbirgt sich jede Menge Technik, mit denen Kriminellen das Handwerk gelegt werden kann. „Wir sind die Jäger. Wir suchen unsere Arbeit selber“, bringt es Zimmermann auf den Punkt.