Feinstaub

Vorarlberg / 06.12.2013 • 20:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Viel wurde in den vergangenen Jahrzehnten getan, um die Feinstaubbelastung in der Luft zu verringern. Als der Ausstoß aus den Blechlieblingen von der Automobilindustrie noch nicht reglementiert war, führten die VN gemeinsam mit den Werkstätten eine Filter-Nachrüstaktion durch. Heute sind die Fahrzeuge serienmäßig damit ausgestattet. Keiner redet mehr davon. Die Behörden der Lufthygiene sind fleißig und unentwegt daran, ein dichtes Netz der Überwachung und Kontrolle zu betreiben. Ohne dies an die große Glocke zu hängen. Die als Feinstaub (PM10) bezeichnete Fraktion enthält 50 Prozent der Teilchen mit einem Durchmesser von 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, einen höheren Anteil kleinerer Teilchen und einen niedrigeren Anteil größerer Teilchen. Partikel dieser Größe können über den Kehlkopf hinaus bis tief in die Lunge gelangen. Sie sind daher besonders gesundheitsschädlich. Sie sind maximal so groß wie Zellen. Feinstaub ist ein komplexes Gemisch aus festen und flüssigen Teilchen. Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Größe, Form, Farbe, chemischen Zusammensetzung, physikalischen Eigenschaften und ihrer Herkunft bzw. Entstehung. Grundsätzlich wird zwischen primären und sekundären Partikeln unterschieden. Erstere werden als primäre Emissionen direkt in die Atmosphäre abgegeben, Letztere entstehen durch luftchemische Prozesse aus gasförmig emittierten Vorläufersubstanzen (z. B. Ammoniak, Schwefeldioxid, Stickstoffoxide).

Es gibt derzeit keinen Hot-Spot. Im Land steht Feldkirch im Visier. Lufthygieniker Bernhard Anwander vom Vorarlberger Umweltinstitut sagt, dass die Belastung über die Jahre zurückgegangen, aber immer noch unbefriedigend ist: „In Feldkirch haben wir heuer schon an 21 Tagen den Tagesmittelwert von 47 Mikrogramm im 24-Stunden-Mittelwert überschritten. In vier Tagen könnten wir je nach Wetterlage die Grenze überschritten haben. Dann passiert zunächst gar nichts. In der Folge tritt ein Maßnahmenkatalog mit festgeschriebenen Einschränkungen in Kraft.“

Wie zahlreiche Studien gezeigt haben, sind die Hauptverursacher für PM10 der Verkehr, der Hausbrand und die Industrie. Beim Verkehr stammt der Großteil von Diesel-Kfz und der Aufwirbelung von Straßenstaub. Alte, mit Holz oder Kohle betriebene Einzelöfen sind beim Hausbrand die Hauptverursacher. Bei der Industrie stammt der Gutteil aus der Bauwirtschaft. Für eine signifikante Verringerung der PM10-Belastung müssen daher bei all diesen Verursachern die Emissionen verringert werden. Für den Hausbrand haben die Lufthygieniker des Landes eine Broschüre über „Richtig heizen“ neu aufgelegt, die jeder Kaminreiniger bei sich trägt und auch in den Gemeindeämtern erhältlich ist. Biomasse-Heizwerke sind ans Mess-System des Landes angehängt.

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Marianne Mathis ist freie Journalistin .
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