Weihnachten auf besondere Weise

Vorarlberg / 23.12.2013 • 21:01 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
dornbirn. „Wir feiern Weihnachten wie jedes Jahr seit unserer Ankunft in Österreich. Das heißt, daheim in Dornbirn, im Kreis der Familie mit Christbaum, Geschenken – wenn auch nur wenigen – und Weihnachtsessen.“ Acht Jahre ist es nun her, seit Arber Krasniqi (37) mit seiner Frau Drita (37) und den Kindern Pal (16), Paulina (14) und Patrik (11) den Kosovo verlassen hat, nachdem der Familienvater zwei Schussattentate überlebt hatte. Bis er den Nachweis für die Anschläge auf sein Leben erbringen konnte, vergingen vier Jahre. Bis zu diesem Zeitpunkt lebte die Familie in ständiger Angst vor der Abschiebung. Eine Rückkehr in das Herkunftsland hätte zumindest für Arber den Tod bedeutet.Menü ist kosovarischDie Krasniqis sind Katholiken und haben darum Weihnachten auch schon im Kosovo gefeiert. So bleibt das Weihnachtsmenü heute Abend traditionell kosovarisch: Pita mit Kürbis und danach Süßigkeiten.„Mit Magdalena, meiner besten Freundin, feiere ich schon am Nachmittag“, teilt Paulina mit. Auch ihr älterer Bruder Pal sei noch mit Freunden unterwegs „um zu feiern“, bevor am Abend das Familienfest beginnt.Im Kosovo stehen nach 24 Uhr die traditionellen Verwandtschaftsbesuche auf dem Weihnachtsprogramm. „Das machen wir hier in Österreich aber nicht“, erklärt Arber Krasniqi, „hier werden die gegenseitigen Besuche auf den Tag des 25. Dezember verlegt.“ Dabei werde überall, wo man hinkomme, gegessen und getrunken.Für die Krasniqis waren die letzten drei Weihnachten die bisher schönsten in ihrem Leben. Denn es war im Dezember 2009, als ihnen das humanitäre Bleiberecht gewährt wurde. „Und heute“, sagt Arber, „feiern wir unser viertes schönstes Weihnachten.“
dornbirn. „Wir feiern Weihnachten wie jedes Jahr seit unserer Ankunft in Österreich. Das heißt, daheim in Dornbirn, im Kreis der Familie mit Christbaum, Geschenken – wenn auch nur wenigen – und Weihnachtsessen.“ Acht Jahre ist es nun her, seit Arber Krasniqi (37) mit seiner Frau Drita (37) und den Kindern Pal (16), Paulina (14) und Patrik (11) den Kosovo verlassen hat, nachdem der Familienvater zwei Schussattentate überlebt hatte. Bis er den Nachweis für die Anschläge auf sein Leben erbringen konnte, vergingen vier Jahre. Bis zu diesem Zeitpunkt lebte die Familie in ständiger Angst vor der Abschiebung. Eine Rückkehr in das Herkunftsland hätte zumindest für Arber den Tod bedeutet.
Menü ist kosovarisch
Die Krasniqis sind Katholiken und haben darum Weihnachten auch schon im Kosovo gefeiert. So bleibt das Weihnachtsmenü heute Abend traditionell kosovarisch: Pita mit Kürbis und danach Süßigkeiten.
„Mit Magdalena, meiner besten Freundin, feiere ich schon am Nachmittag“, teilt Paulina mit. Auch ihr älterer Bruder Pal sei noch mit Freunden unterwegs „um zu feiern“, bevor am Abend das Familienfest beginnt.
Im Kosovo stehen nach 24 Uhr die traditionellen Verwandtschaftsbesuche auf dem Weihnachtsprogramm. „Das machen wir hier in Österreich aber nicht“, erklärt Arber Krasniqi, „hier werden die gegenseitigen Besuche auf den Tag des 25. Dezember verlegt.“ Dabei werde überall, wo man hinkomme, gegessen und getrunken.
Für die Krasniqis waren die letzten drei Weihnachten die bisher schönsten in ihrem Leben. Denn es war im Dezember 2009, als ihnen das humanitäre Bleiberecht gewährt wurde. „Und heute“, sagt Arber, „feiern wir unser viertes schönstes Weihnachten.“

Egal, woher Menschen kommen: Weihnachten hat für jeden eine bestimmte Bedeutung.

schwarzach. (VN-hrj) Für Nazem und Dalal Jadouh, die mit ihren Kindern vor den kriegerischen Auseinandersetzungen im Libanon geflüchtet sind, bedeutet Weihnachten, nicht mehr Angst haben zu müssen und wieder gut schlafen zu können. Ähnliche Gefühle werden auch bei der kosovarischen Familie Krasniqi geweckt, wenn sie am Heiligen Abend bei Kürbis-Pita und Süßigkeiten an die Zeit zurückdenkt, als sie abgeschoben werden sollte.

Auch für Asad Raza hat die Flucht aus Pakistan zu Weihnachten ein gutes Ende gefunden: Er darf in Österreich bleiben und sich zum Koch ausbilden lassen.

Für den Ägypter Helmy Abdel Dayem und seine österreichische Ehefrau Claudia ist Weihnachten ein Fest ohne religiösen Hintergrund, dafür ein Fest für Familie und Freunde. Und die Vietnamesin Thi Lanh Autengruber, die den Heiligen Abend mit ihrer Familie ganz nach hiesiger Tradition feiert, will ihren Kindern die Möglichkeit geben, mit zwei Kulturen aufzuwachsen.

So hat Weihnachten für die meisten Migranten – egal aus welchem Herkunftsland – eine besondere Bedeutung und wird von jedem auf seine Art gefeiert.

schruns. „Wir haben am Freitag erfahren, dass wir in Österreich bleiben dürfen. Das ist unser schönstes Weihnachtsgeschenk.“Die Erleichterung steht Nazem Jadouh ins Gesicht geschrieben. Dabei sah es bis zu jenem Tag für den 38-jährigen Libanesen und seine Familie gar nicht gut aus.Die immer wiederkehrenden Unruhen im Libanon haben Nazem und seine Ehefrau Dalal Jadouh (32) veranlasst, die Heimat mit ihren Kindern Sami (8), Nasser (6) und Yehya (4) zu verlassen. „Wir sind geflüchtet, weil wir es nicht verantworten können, dass unsere Kinder im Krieg aufwachsen“, erklärt Nazem. Der jüngste Spross, Fahdi, wurde hier geboren. Die Angst, „die einem beinahe den Verstand raubt“, sei jetzt weg. „Nein, noch nicht ganz“, berichtigt Nazem. „Erst dann, wenn wir unsere Ausweise in den Händen halten, kann ich wieder gut schlafen.“ Die kleinen Plastikkarten mit den biometrischen Passfotos könne die Familie am 27. Dezember in der Bezirkshauptmannschaft Bludenz abholen.Die Familie Jadouh hat an einer Weihnachtsfeier der Caritas im Wohnheim Maria Rast teilgenommen, wo sie zurzeit untergebracht ist. Heute, am Heiligen Abend, wird jedoch nicht gefeiert. Für die Jadouhs als Muslime ist das wichtigste Fest das Fastenbrechen am Ende des Ramadan. Trotzdem wird für Nazem und Dalal „Weihnachten immer eine besondere Bedeutung haben“.
schruns. „Wir haben am Freitag erfahren, dass wir in Österreich bleiben dürfen. Das ist unser schönstes Weihnachtsgeschenk.“
Die Erleichterung steht Nazem Jadouh ins Gesicht geschrieben. Dabei sah es bis zu jenem Tag für den 38-jährigen Libanesen und seine Familie gar nicht gut aus.
Die immer wiederkehrenden Unruhen im Libanon haben Nazem und seine Ehefrau Dalal Jadouh (32) veranlasst, die Heimat mit ihren Kindern Sami (8), Nasser (6) und Yehya (4) zu verlassen. „Wir sind geflüchtet, weil wir es nicht verantworten können, dass unsere Kinder im Krieg aufwachsen“, erklärt Nazem. Der jüngste Spross, Fahdi, wurde hier geboren. Die Angst, „die einem beinahe den Verstand raubt“, sei jetzt weg. „Nein, noch nicht ganz“, berichtigt Nazem. „Erst dann, wenn wir unsere Ausweise in den Händen halten, kann ich wieder gut schlafen.“ Die kleinen Plastikkarten mit den biometrischen Passfotos könne die Familie am 27. Dezember in der Bezirkshauptmannschaft Bludenz abholen.
Die Familie Jadouh hat an einer Weihnachtsfeier der Caritas im Wohnheim Maria Rast teilgenommen, wo sie zurzeit untergebracht ist. Heute, am Heiligen Abend, wird jedoch nicht gefeiert. Für die Jadouhs als Muslime ist das wichtigste Fest das Fastenbrechen am Ende des Ramadan. Trotzdem wird für Nazem und Dalal „Weihnachten immer eine besondere Bedeutung haben“.
tschagguns. Asad Razas Augen strahlen. Der 18-Jährige zählt zu den Flüchtlingen, denen zu Weihnachten eine Aufenthaltsbewilligung für Österreich zugesagt wurde. Der intensive Kampf um ein Bleiberecht nach den Negativ-Bescheiden des Bundesasylamts hat nun doch zum Erfolg geführt.Asad ist Sunnite und stammt aus Pakistan, wo nach wie vor gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Volks- und Glaubensgruppen das Leben der zivilen Bevölkerung bedrohen. Der Jugendliche hat das Glück, Petra Ganahl begegnet zu sein, die ihn in ihre Familie aufgenommen hat und ihm eine Koch-Ausbildung in ihrem Cresta Hotel in Tschagguns ermöglicht. Petra Ganahl behandelt Asad wie einen eigenen Sohn, für ihre Kinder Tobias (21), Viktoria (25) und Sebastian (24) ist er ein Bruder geworden, den sie nicht mehr verlieren wollen.Seine Freude über die Aufenthaltsbewilligung ist jedoch getrübt, gesteht Asad. Denn sein Landsmann und Freund Usman (18) hat keine bekommen, weil die Angabe seines Geburtstags bezweifelt wurde.Feier mit ArbeitskollegenObwohl Asad Muslime ist, feiert er heute das Weihnachtsfest gemeinsam mit der Belegschaft des Cresta Hotels. „Für mich bedeutet Weihnachten Freude“, erklärt er. Den Hintergrund, Jesu Geburt, kenne er aus dem Unterricht in seinem Herkunftsland. Einer seiner Schulkameraden sei Christ gewesen.
tschagguns. Asad Razas Augen strahlen. Der 18-Jährige zählt zu den Flüchtlingen, denen zu Weihnachten eine Aufenthaltsbewilligung für Österreich zugesagt wurde. Der intensive Kampf um ein Bleiberecht nach den Negativ-Bescheiden des Bundesasylamts hat nun doch zum Erfolg geführt.
Asad ist Sunnite und stammt aus Pakistan, wo nach wie vor gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Volks- und Glaubensgruppen das Leben der zivilen Bevölkerung bedrohen. Der Jugendliche hat das Glück, Petra Ganahl begegnet zu sein, die ihn in ihre Familie aufgenommen hat und ihm eine Koch-Ausbildung in ihrem Cresta Hotel in Tschagguns ermöglicht. Petra Ganahl behandelt Asad wie einen eigenen Sohn, für ihre Kinder Tobias (21), Viktoria (25) und Sebastian (24) ist er ein Bruder geworden, den sie nicht mehr verlieren wollen.
Seine Freude über die Aufenthaltsbewilligung ist jedoch getrübt, gesteht Asad. Denn sein Landsmann und Freund Usman (18) hat keine bekommen, weil die Angabe seines Geburtstags bezweifelt wurde.
Feier mit Arbeitskollegen
Obwohl Asad Muslime ist, feiert er heute das Weihnachtsfest gemeinsam mit der Belegschaft des Cresta Hotels. „Für mich bedeutet Weihnachten Freude“, erklärt er. Den Hintergrund, Jesu Geburt, kenne er aus dem Unterricht in seinem Herkunftsland. Einer seiner Schulkameraden sei Christ gewesen.
bregenz. Vor 16 Jahren ist die Bregenzerin Claudia Abdel Dayem-Welzenbacher (48) zum Islam konvertiert. Kopftuch würde sie jedoch nie tragen. Und Ramadan lässt sie aus, seit sie im Hotel Ibis angestellt ist. Aber Weihnachten feiern sie und ihr aus der ägyptischen Hauptstadt Kairo stammender Ehemann Helmy Abdel Dayem (57) im Rahmen eines ausgedehnten Abendessens mit Freunden. „Heute sind wir bei Freundin und Arbeitskollegin Angelika zum Raclette-Essen eingeladen“, berichtet Claudia. Der 23-jährige Sohn Samy kommt mit. Tochter Amina (19) wird in den USA mit ihrer Au-Pair-Familie X-Mas feiern.Früher war für Claudia der 24. Dezember meist mit Stress, Streit und genervt sein verbunden. „Ich war immer froh, wenn dann alles vorüber war.“ Heute bedeutet der Heilige Abend für sie, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen: „Gemütlich zusammensitzen, essen, reden, lachen.“ Geschenke gebe es aber schon lange keine mehr.Ohne religiösen HintergrundHelmy Abdel Dayem ist erstmals vor 33 Jahren, als er nach Österreich kam, mit Weihnachten konfrontiert worden. „Für mich ist es ein Familienfest ohne religiösen Hintergrund“, sagt er. In Ägypten habe der 24. Dezember keine Bedeutung: „Dort ist er ein Tag wie jeder andere, weil die Christen Weihnachten am 7. Jänner feiern.“ Heute gehört nur noch eine Minderheit der ägyptischen Bevölkerung christlichen Kirchen an. Der Großteil ist Mitglied der koptisch-orthodoxen Kirche.
bregenz. Vor 16 Jahren ist die Bregenzerin Claudia Abdel Dayem-Welzenbacher (48) zum Islam konvertiert. Kopftuch würde sie jedoch nie tragen. Und Ramadan lässt sie aus, seit sie im Hotel Ibis angestellt ist. Aber Weihnachten feiern sie und ihr aus der ägyptischen Hauptstadt Kairo stammender Ehemann Helmy Abdel Dayem (57) im Rahmen eines ausgedehnten Abendessens mit Freunden. „Heute sind wir bei Freundin und Arbeitskollegin Angelika zum Raclette-Essen eingeladen“, berichtet Claudia. Der 23-jährige Sohn Samy kommt mit. Tochter Amina (19) wird in den USA mit ihrer Au-Pair-Familie X-Mas feiern.
Früher war für Claudia der 24. Dezember meist mit Stress, Streit und genervt sein verbunden. „Ich war immer froh, wenn dann alles vorüber war.“ Heute bedeutet der Heilige Abend für sie, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen: „Gemütlich zusammensitzen, essen, reden, lachen.“ Geschenke gebe es aber schon lange keine mehr.
Ohne religiösen Hintergrund
Helmy Abdel Dayem ist erstmals vor 33 Jahren, als er nach Österreich kam, mit Weihnachten konfrontiert worden. „Für mich ist es ein Familienfest ohne religiösen Hintergrund“, sagt er. In Ägypten habe der 24. Dezember keine Bedeutung: „Dort ist er ein Tag wie jeder andere, weil die Christen Weihnachten am 7. Jänner feiern.“ Heute gehört nur noch eine Minderheit der ägyptischen Bevölkerung christlichen Kirchen an. Der Großteil ist Mitglied der koptisch-orthodoxen Kirche.
alberschwende. „Ich bin Buddhistin, aber ich feiere Weihnachten so, wie es hier Tradition ist“, sagt Thi Lanh Autengruber. Die 42-jährige Vietnamesin betreibt das KUB Café in Bregenz.1988 flüchtete sie aus Vietnam und fand nach einem Jahr Aufenthalt in thailändischen Flüchtlingslagern ihre neue Heimat in Bregenz. Mit ihrem Ehemann, dem Vorarlberger Armand Autengruber (59), hat sie zwei Söhne: David (10) und Dean (8). „Die Kinder wachsen mit beiden Kulturen auf“, erklärt Thi Lanh.Heute hat das KUB Café geschlossen. Thi Lanh ist zu Hause in Alberschwende bei Armand und den Kindern. „Wir haben einen Christbaum, unter den die Geschenke gelegt werden“, erklärt sie. Kekse habe sie auch gebacken. Den Heiligen Abend lassen die Autengrubers mit einem von Thi Lanh zubereiteten feinen Festmahl ausklingen.
alberschwende. „Ich bin Buddhistin, aber ich feiere Weihnachten so, wie es hier Tradition ist“, sagt Thi Lanh Autengruber. Die 42-jährige Vietnamesin betreibt das KUB Café in Bregenz.
1988 flüchtete sie aus Vietnam und fand nach einem Jahr Aufenthalt in thailändischen Flüchtlingslagern ihre neue Heimat in Bregenz. Mit ihrem Ehemann, dem Vorarlberger Armand Autengruber (59), hat sie zwei Söhne: David (10) und Dean (8). „Die Kinder wachsen mit beiden Kulturen auf“, erklärt Thi Lanh.
Heute hat das KUB Café geschlossen. Thi Lanh ist zu Hause in Alberschwende bei Armand und den Kindern. „Wir haben einen Christbaum, unter den die Geschenke gelegt werden“, erklärt sie. Kekse habe sie auch gebacken. Den Heiligen Abend lassen die Autengrubers mit einem von Thi Lanh zubereiteten feinen Festmahl ausklingen.