Netzwerk kämpft gegen die Wegwerfgesellschaft

Vorarlberg / 23.01.2014 • 20:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Landesrat Erich Schwärzler (l.) und Umweltverband-Obmann Rainer Siegele (r.) mit den Vertretern der Netzwerkpartner.  Foto: VN/ Steurer
Landesrat Erich Schwärzler (l.) und Umweltverband-Obmann Rainer Siegele (r.) mit den Vertretern der Netzwerkpartner. Foto: VN/ Steurer

Wiederverwenden statt Wegwerfen: Pilotversuch am Bauhof Nenzing soll nun Nachahmer finden.

nenzing. (VN-sta) Neues kaufen, Altes wegschmeißen: Das ist das Prinzip, nach dem eine Wegwerfgesellschaft funktioniert. Doch in Zeiten von knapper werdenden Ressourcen erkennt auch die Politik zunehmend, dass es Zeit zum Gegensteuern wird. So fordert beispielsweise die 2008 in Kraft getretene EU-Abfallrahmenrichtlinie die Mitgliedstaaten zur Förderung der Wiederverwendung auf. Vor diesem Hintergrund haben sich Umweltverband und verschiedene Sozial-Institutionen zum „Re-Use Netzwerk Vorarlberg“ zusammengeschlossen. Gestern wurden die Ergebnisse eines Pilotprojekts präsentiert, das nun weitere Nachahmer finden soll.

Seit August des Vorjahres können im Bauhof in Nenzing nicht nur defekte, sondern auch noch gebrauchsfähige Elektro- und Elektronikgeräte abgegeben werden. Diese Geräte werden von der Caritas geprüft, nach Bedarf repariert und in den Carla-Geschäften samt Gewährleistung verkauft.  In nur fünf Monaten wurden etwa 1590 Kilogramm an Elektrogeräten abgegeben. „Rund 60 Prozent dieser Geräte haben bereits einen neuen Besitzer gefunden“, freut sich Rainer Siegele, Obmann des Umweltverbands. Heuer soll das Angebot in weiteren Gemeinden eingeführt werden.  Siegele geht davon aus, dass es bis 2015 einen flächendeckenden Service in diesem Bereich gibt. Hochgerechnet auf Vorarlberg könnten sich so 165 Tonnen Elektroschrott pro Jahr vermeiden lassen, meint Siegele.

Auch im Bereich Entrümpelungen soll das „Re-Use-Netzwerk“ nun besser genützt werden. Zunächst wird eine Bestandsaufnahme der abzuholenden Waren gemacht. Verwendbare Geräte und Gegenstände werden in den Geschäften zum Verkauf angeboten, der Rest zum Entsorgungsbetrieb gebracht. „Für die Haushalte sinken damit die Kosten der Entsorgung“ weiß Karoline Mätzler von der Caritas. Neben der Caritas bieten die Dornbirner Jugendwerkstätten der Integra und der Kaplan Bonetti-­Arbeitsstiftung diesen Service an.