Bäcker mit langen Fingern

Vorarlberg / 26.03.2014 • 22:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Firmenkasse war vor dem Mitarbeiter nicht sicher.  Symbolfoto  
Die Firmenkasse war vor dem Mitarbeiter nicht sicher. Symbolfoto  

Langjähriger Angestellter stahl innerhalb eines Jahres 39.000 Euro.

Feldkirch. (ec) Seit 18 Jahren arbeitet der Bäcker in dem Betrieb seines Chefs. Dieser besitzt mehrere Filialen. Sogar die Lehre hat der heute 34-Jährige in der Firma gemacht. Umso weniger konnte es der Geschäftsinhaber glauben, dass der Mann ihn so mies hinterging. Immer wieder fehlten Geldbeträge. Die Kassenbelege der Tageseinnahmen nahm der Gauner mit. Über die Buchhaltung kam man dennoch drauf, dass jemand sich permanent an der Kasse vergreifen musste. Man stellte dem Dieb eine Falle in Form einer Videoüberwachung und schwupsdiwups – der Bäcker tappte hinein und zumindest 3200 Euro konnten sichergestellt werden. Der Bäcker gab schlussendlich zu, gestohlen zu haben. Was die Schadenssumme anbelangt, wand er sich jedoch. Er gab verschiedene, niedrigere Beträge an, musste dann aber einräumen, dass er den Überblick total verloren hatte. Er sei seit zehn Jahren spielsüchtig, habe alles in Automaten geworfen, erst jetzt habe er es geschafft, sich in Therapie zu begeben, so der Mann. Die Verteidigung schiebt dem Opfer zumindest einen Teil der Schuld zu: „Der Arbeitgeber hat auch hoch gepokert, ließ dermaßen hohe Beträge immer wieder unversperrt in einer Kiste herum liegen, wo er doch wusste, dass jemand stiehlt“. Das Opfer schüttelt den Kopf. Der Mandant wird wegen schweren, gewerbsmäßigen Diebstahls verurteilt.

Kombinierte Strafe

Mildernd waren die Unbescholtenheit, das teilweise erfolgte Geständnis und, dass ein Teil der Beute sichergestellt werden konnte. „Sie haben das Vertrauensverhältnis Ihres Arbeitgebers auf ganz miese Art und Weise ausgenutzt“, stellt Richter Wilfried Marte klar. Der Verurteilte muss 3000 Euro Strafe zahlen, fünf Monate Haft werden auf Bewährung ausgesprochen. Den noch verbleibenden Schaden von knapp 35.000 Euro muss der Mann wieder gut machen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.