„Kriege graue Haare, wenn ich Kinder im Auto rumtollen sehe“

Vorarlberg / 26.03.2014 • 22:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit besonderer Aufmerksamkeit achtet die Polizei auch auf die ordnungsgemäße Sicherung der Kindersitze.  Symbolfoto  
Mit besonderer Aufmerksamkeit achtet die Polizei auch auf die ordnungsgemäße Sicherung der Kindersitze. Symbolfoto  

Mit der Schwerpunktaktion „Sicher im Fahrzeug“ setzt Polizei ein deutliches Zeichen.

Schwarzach. Vorarlberg – Land der Gurtenmuffel, Verbotsnegierer in Sachen Kindersicherung und unverbesserliche Autotelefonierer? Betrachtet man das Ergebnis einer polizeilichen Schwerpunktkontrolle, die genau solche „Kavaliersdelikte“ im Focus hatte, könnte man diesen Eindruck durchaus gewinnen. So beanstandeten die Verkehrshüter der Straße diesen März innerhalb von nur wenigen Tagen in 272 Fällen das Missachten der Gurtenpflicht. 48 Lenkerinnen und Lenker wurden wegen mangelnder Kindersicherheit im Auto angezeigt, und 96 Organmandate wegen Telefonierens ohne Freisprechanlage ausgestellt.

Wie gefährlich Unachtsamkeit im Verkehr ist, wird durch erschreckende Unfallstatistiken belegt. Schlampereien am Steuer eindämmen, heißt die Devise.

Mit den Schwerpunktaktionen „Sicher im Fahrzeug“ wird die Vorarlberger Verkehrspolizei noch weitere drei Mal im ganzen Land ausschwärmen, um die Disziplin zu kontrollieren.

„Keine Abzockerei“

„Wir wollen dabei keine Abzockerei betreiben“, betont Verkehrspolizei-Chef Rudolf Salzgeber, „im Gegenteil, wir wären froh, wenn es zu keinen Beanstandungen unsererseits kommen würde.“ Ein frommer Wunsch. Aber es geht darum, die Verkehrsteilnehmer durch die drohenden Kontrollen und Strafen zu sensibilisieren. „Deshalb werden in den drei kommenden Schwerpunktaktionen nicht nur die Verkehrspolizei, sondern auch sämtliche Polizeiinspektionen im Land damit beauftragt, ihr besonderes Augenmerk auf die Sicherheit im Fahrzeug zu lenken“, kündigt Salzgeber an. Die nächste Schwerpunktaktion findet im Juni statt. Die folgenden – jeweils zehn Tage dauernden – Aktionen werden vorher öffentlich angekündigt.

Vormerkdelikt mit Folgen

Vor allem auf die ordnungsgemäße Kindersicherung wird dabei geachtet. Denn dies ist kein Verstoß, der mal schnell mit einem Organmandat vor Ort vergeben und vergessen wird. „Es ist ein Vormerkdelikt ähnlich wie bei Alkoholsündern, das auf jeden Fall angezeigt wird und im Wiederholungsfall Nachschulungen für die Betreffenden zur Folge haben kann“, wie der Verkehrschef klarstellt, um hinzuzufügen: „Ich kriege jedes mal graue Haare, wenn ich Kinder im Auto rumtollen sehe. Es kommt zu den furchtbarsten Unfällen, wenn etwa Kinder bei Kollisionen nach vorne geschleudert werden.“

Wer seinen minderjährigen Nachwuchs nicht ordentlich gesichert hat, wird von der Bezirkshauptmannschaft empfindlich bestraft. In welcher Höhe, entscheidet der dortige Beamtenapparat je nach Schwere des Vergehens.

Salzgeber: „Sich im Fahrzeug anschnallen, eine adäquate Sicherung der Kindersitze, Telefonieren nur mit Freisprechanlage oder Headset – das sind Dinge, die leicht zu beachten sind und viel verhindern können. Denn ist man sicher im Fahrzeug, kann man auch sicher auf der Straße sein.“

Wir wollen keine Abzockerei betreiben, wir wären froh, wenn es zu keinen Beanstandungen kommen würde.

Rudolf Salzgeber, VerkehrsChef