Sie beliefern den Osterhasen

Vorarlberg / 16.04.2014 • 18:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Angelika und Daniel Bell mit Sohn Dominic (links) und Mitarbeiter Dominic Rajh. Fotos: VN/Hofmeister
Angelika und Daniel Bell mit Sohn Dominic (links) und Mitarbeiter Dominic Rajh. Fotos: VN/Hofmeister

Visite bei Ostereier-Produzenten am Ge­flügelhof in Feldkirch – und warum braune Eier braun sind.

Feldkirch. (VN-sas) Daniel und Angelika Bell haben ein Haus voller Hennen. 3500, um genau zu sein. Seit dem Jahr 2010 sind die beiden stolze Besitzer des Geflügelhofs in der Feldkircher Werdenbergstraße. Und dass Daniel Bell seither in den Landwirtschaftsbetrieb zumindest zeitmäßig betrachtet doppelt so viel Arbeit investiert wie in seinen vorigen Beruf, das ist ihm egal. „Ich mache die Arbeit aus Überzeugung“, begründet er.

Zuvor war Bell als Immobilienmakler und Filialleiter in einer Bank tätig – er wollte „hinaus aus dem straffen Muster“, die Sache mit dem Geflügelhof habe sich dann eines Tages per Zufall ergeben. Ganz von der Pike auf habe er das „Metier“ aber nicht erlernen müssen. „Mein Vater hatte immer Hennen. Und ich dadurch meine erste im Alter von sieben Jahren“, erzählt er. „Bis ich 14 war, habe ich die Eier immer an die Nachbarn verkauft. Dann wurden aber die Mädchen interessanter“, führt er aus und lacht.

Jetzt hat der Feldkircher gemeinsam mit seiner Frau

Angelika zu seinen Hennen zurück­gefunden.

Zu einem wahren Experten ist

mittlerweile auch Sohn Dominic herangewachsen: Der 13-jährige Schüler verbringt so gut wie jede freie Minute auf dem Hof – „er macht sogar die Buchhaltung und die Rechnungslegung. Und er hat alle Kunden, vor allem die Damen, im Griff“, erzählt Vater Daniel.

Die Tiere der Bells werden in Freiland- und Bodenhaltung gehalten. 3200 Eier gebe es täglich, informiert Bell. Jetzt zur Osterzeit sowie in der Vorweihnachtszeit seien die Arbeitstage am intensivsten. Bis zu 70.000 Eier lässt der Familienbetrieb alleine für das Osterfest jährlich in Ravensburg färben.

„Schrei nach weißen Eiern“

Zur Osterzeit verkehre sich das Eier-Kaufverhalten übrigens ins Gegenteil, informiert der „Mann der Hennen“. Werden hierzulande das ganze Jahr über braune Eier bevorzugt, „schreien vor Ostern alle nur noch nach weißen Eiern“, da sie angeblich besser gefärbt werden können. Stimmt das? „Nein, die Farbe kommt bei weißen Eiern nur besser zur Geltung“, betont Bell. Qualitativ gebe es zwischen weißen und braunen Eiern übrigens gar keine Unterschiede. Doch die Bells sind für jeden Fall gerüstet, nennen sie doch auch 1200 weiße Lohmann-Hennen ihr Eigen.

„Welche Farbe das Ei einer Henne haben wird, lässt sich auch vom Ohrläppchen des Tiers ablesen“, weiß Bell. Ist dieses rötlich-braun, so wird das Ei dieser Henne braun sein, ist es mischfarben, so legt die Henne beigefarbene Eier usw.

 

Corrected by Zoli
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Braune Hennen, braune Eier, weiße Hennen, weiße Eier – so einfach scheint die Rechnung. Geschmacklich gibt es aber keinen Unterschied. Und trotzdem sind braune Eier hierzulande beliebter.
Braune Hennen, braune Eier, weiße Hennen, weiße Eier – so einfach scheint die Rechnung. Geschmacklich gibt es aber keinen Unterschied. Und trotzdem sind braune Eier hierzulande beliebter.

Das perfekte Ei via Smartphone-App

Will man beim Eierkochen nichts dem Zufall überlassen, ist man mit der App „Das perfekte Ei“ bestens beraten. Darin gibt man aber nicht einfach nur an, wie man sein Ei gerne hätte – weit gefehlt. Die App fragt nach dem Ei-Durchmesser, will wissen, auf wie viel Höhenmetern man sich befindet und wie warm (Kühlschrank) das Ei ist.

Ist alles „programmiert“ – gar so kompliziert ist der Vorgang zwar nicht – und das Ei am Kochen, zeigt das Display bzw. der sogenannte „Ei-Spion“, wie das Ei gerade von innen aussieht. Hat es seine perfekte Konsistenz erreicht, schlägt das Handy Alarm (für iOS und Android, 0,89 Euro). Und dann Mahlzeit!