Ex-Häftling wegen Falschaussage belangt

Vorarlberg / 23.04.2014 • 22:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im vergangenen November war es in der Justizanstalt Feldkirch zu einem Konflikt zwischen Häftlingen und Beamten gekommen.  Symbolbild: HB
Im vergangenen November war es in der Justizanstalt Feldkirch zu einem Konflikt zwischen Häftlingen und Beamten gekommen. Symbolbild: HB

Vorwurf: „Watschen-Justizwachebeamter“ war von der Zelle aus nicht zu sehen.

Christiane Eckert

Feldkirch. Im November vergangenen Jahres wurden vier Wachebeamte der Justiz­anstalt Feldkirch verurteilt. Ein 36-jähriger Bediensteter hatte zwei Häftlinge geohrfeigt. Der Grund: Einer der Häftlinge hatte in seiner Zelle Heroin, Marihuana, Spritzen und Tabletten versteckt. Wo, wollte der Insasse nicht sagen. Drei Wachekollegen hatten den Vorfall mit der Watsche vertuscht. Nur einer der Beamten vertraute sich danach einer Kollegin an. Diese legte die Karten auf den Tisch, als sie bemerkte, dass die Häftlinge ernsthaft in Schwierigkeiten gerieten. Alle vier Beamten mussten die Rechnung für die aufgetischte Lügengeschichte bezahlen. Alle vier Urteile sind rechtskräftig.

Häftling vor Gericht

Damals waren etliche Zeugen einvernommen worden, um der Wahrheit auf den Grund zu kommen. Auch ein Lokalaugenschein im Gefängnis wurde durchgeführt. Dort stellte der damals mit der Causa betraute Richter Martin Mitteregger fest, dass einer der Häftlinge nicht so ganz die Wahrheit gesagt haben konnte. Das heißt – der Wachebeamte watschte zwar und wurde auch dafür verurteilt.

„Das ändert aber nichts daran, dass der Häftling, der als Zeuge geholt wurde, von seinem Standort aus von dem betreffenden Vorfall nichts sehen konnte“, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Jedenfalls wird der damalige Zeuge nun wegen falscher Beweisaussage belangt. Der zehnfach Vorbestrafte bleibt dabei: „Ich habe das gesehen und ich bin gerne bereit, das dem Gericht noch einmal zu zeigen“, beteuert der Mann. Im Prozess behauptete der Zeuge, er habe genau gesehen, wie der Kopf des Häftlings zur Seite geschleudert wurde und der Geschlagene gesagt habe „Aua, das tut weh!“. Richter Richard Gschwenter bleibt nichts anderes übrig, als nun einen zweiten Lokalaugenschein im Gefängnis durchzuführen. Organisatorisch war dies nicht so schnell möglich, somit musste der Prozess auf unbestimmte Zeit vertagt werden.