Zeckenalarm im Land – Gefahr allgegenwärtig

Vorarlberg / 07.05.2014 • 21:03 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Zecke in einer Zeckenzange vor weißem Hintergrund
Zecke in einer Zeckenzange vor weißem Hintergrund

Längst nicht nur im tiefen Wald sorgen die gefährlichen Blutsauger für Beunruhigung.

Schwarzach. (VN-hk) Der milde Winter bleibt nicht ohne Folgen. Wie die VN bereits vor einigen Wochen berichteten hat die ausgebliebene Kälte zum Überleben vieler Zecken geführt. Jetzt, im Frühling, geht die krabbelnde Saat auf. Die Zecken sind in großer Zahl da. Und ihre Präsenz ist beileibe nicht ausschließlich auf das ausgewiesene Zeckengebiet im Walgau zwischen Feldkirch und Bludenz beschränkt. Zecken können besonders heuer auch im Umfeld von Wohnhäusern überall im Land auftauchen.

Hunde voller Zecken

Vermehrt berichten Besitzer von Haustieren, wie ihre Lieblinge von draußen mit Zecken am Leib nach Hause kommen. Katzen und Hunde sind dabei vor allem betroffen. „Ich muss meine Katze täglich auf Zecken absuchen“, erzählt eine besorgte Tierbesitzerin in Hittisau. Und auch von Hundehaltern hört man: Die Zecken treten heuer in großer Zahl auf.

Die Hunde leiden darunter. Und ihre Besitzer ebenso. „Ich kann diese Berichte nur bestätigen“, sagt Klaus Zimmermann von der inatura in Dornbirn. Zwar sei die Ausbreitung der gefährlichen Blutsauger in den letzten Tagen durch die kühle Witterung etwas gebremst worden. „Aber das ist nur eine Verzögerung“, warnt Zimmermann.

Gefahrenpotenzial

Zecken entwickeln sich laut Aussage des Experten in drei Phasen. Im Kleinststadium sind sie in ihrer Mobilität noch derart eingeschränkt, dass nur bestimmte Tiere wie Mäuse, Vögel, Reptilien oder andere Kleintiere mit ihnen in Kontakt kommen können. Im letzten Stadium sind sie schließlich für alle in der Nähe befindlichen Säugetiere und auch Menschen eine Gefahr.

„Wobei man natürlich festhalten muss, dass nur eine geringe Zahl der Tiere Krankheitserreger in sich tragen“, betont Klaus Zimmermann. Übertragen können Zecken die fatale FSME-Krankheit sowie die weit weniger gefährliche Borreliose (siehe Stichwort).

Fachgerecht entfernen

Prophylaktische

Schutzmaßnahmen

empfehlen sich sogar für den eigenen Garten. „Lange Hosen schützen vor Zecken wie auch bestimmte Salben, die man vor dem

Aufenthalt im Freien aufträgt. Zu finden sind Zecken in höherem Gras und in Sträuchern. Deswegen sollte man aber nicht gleich alle Sträucher entfernen“, will Zimmermann nicht zu übertriebenen Maßnahmen aufrufen.

Den effektivsten Schutz gegen das Risiko einer Krankheitsübertragung bieten jedoch nach wie vor Zeckenschutzimpfungen. „Impfstoff für Erwachsene ist bis 31. Juli in allen Apotheken um 33,50 Euro zu haben, für Kinder um 28,90 Euro“, informiert Apotheker Karl Braun (53). Zu erstehen sind in den Heilmittel-Verkaufsstellen aber auch Zeckenhaken und

Zeckenpinzetten. „Denn wenn man eine Zecke in der Haut hat, muss man diese fachgerecht entfernen. Sonst bleibt ein Teil des Tieres in der Haut und kann weiter Unheil anrichten“, warnt Braun.

Stichwort.

FSME und Borreliose

Bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) handelt es sich um eine Viruserkrankung, die zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und des zentralen Nervensystems führt. Die Symptome können einer Grippe ähnlich sein, die Erkrankung kann zu bleibenden Schäden wie Lähmungen oder lang andauernder Rekonvaleszenz führen oder sogar tödlich enden. Gegen die ausgebrochene Erkrankung gibt es keine spezifische Heilbehandlung. Es können nur die Symptome gemildert werden.

Die Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die durch Zecken übertragen wird. Die Bakterien können sich über den Blutkreislauf im gesamten Organismus ausbreiten und dabei Gewebe und Organe schädigen. In 50 bis 80 Prozent aller Fälle zeigt sich die Infektion durch einen roten Fleck auf der Haut, der sogenannten „Wanderröte“. Diese Hautreaktion ist nach Expertenmeinung ein sicherer Hinweis auf eine Borreliose. In diesem Fall sollte so rasch wie möglich mit einer Therapie begonnen werden.