Nachhilfe-Situation: „Nicht länger zusehen“

Vorarlberg / 22.05.2014 • 18:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bregenz. (VN-sas) „Im jetzigen Schulsystem sind vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien die Verlierer, da Nachhilfe für diese ein unbezahlbarer Luxus ist. Vermehrt sind davon aber auch Familien aus der Mittelschicht betroffen“, reagiert SPÖ-­Bildungssprecherin

Gabi Sprickler-Falschlunger (57) auf die Nachhilfe-Situation im Land. Wie die AK Vorarlberg informierte, ist laut einer Eltern-Befragung des Instituts für empirische Sozialforschung der Bedarf an Nachhilfe ungebrochen hoch: 753 Euro müssen Eltern im aktuellen Schuljahr im Schnitt dafür berappen.

„Wenn überhaupt, können diese Schüler höchstens auf unbezahlte Lernhilfe oder die Unterstützung ihrer Eltern bauen“, so die SPÖ-Abgeordnete weiter. „Dieser negativen Entwicklung darf man nicht länger tatenlos zusehen.“ Die Bildungssprecherin fordert einmal mehr die rasche Umsetzung der gemeinsamen Schule für alle Sechs- bis 15-Jährigen sowie mehr Ganztagsschulen mit verschränktem Unterricht. Die Rechnung für dieses unfaire und überholte Schulsystem müssten letztendlich die Kinder und ihre Familien bezahlen. „Die Kinder und Jugendlichen dürfen im Bereich der Bildung nicht auf der Strecke bleiben – schon gar nicht aus Kostengründen“, so die SPÖ-Politikerin.