Heiße Verhandlungen und Endspurt am Illspitz

Vorarlberg / 26.05.2014 • 20:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf der Baustelle am Illspitz geht es voran. In zwei Monaten läuft das Kraftwerk zum ersten Mal an.  Foto: sm  
Auf der Baustelle am Illspitz geht es voran. In zwei Monaten läuft das Kraftwerk zum ersten Mal an. Foto: sm  

In zwei Monaten geht das Illspitz-Kraftwerk in Probetrieb. Bis es soweit ist, gibt es noch viel zu tun.

Feldkirch. (VN-sta) Dass das Illspitz-Kraftwerk Ende Juli, also in zwei Monaten, erstmals in den Probebetrieb gehen soll, möchte man beim Anblick der Baustelle kaum glauben. Überall wird eifrig gearbeitet und das viele Eisen, das da an allen Ecken und Enden zu sehen ist, lässt darauf schließen, dass noch so einiges betoniert werden muss. Projektleiter Hans-Jörg Mathis von den Stadtwerken ist dennoch guter Dinge, dass der Zeitplan hält. Derzeit sei man allerdings noch in heißen Verhandlungen mit den Baufirmen.

Turbinen-Verguss

Konkret geht es dabei um die beiden mächtigen Turbinen, die Mitte April per Sondertransport angeliefert und eingebaut wurden (die VN berichtete). Die 47 Tonnen-Turbinen müssen laut Mathis noch vergossen, sprich ein­betoniert werden. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits. Doch das ist längst nicht alles: Unter anderem läuft die Fertigstellung der 60 Meter langen Bodenplatte des Einlaufbereichs. Zudem müssen im Einlaufbereich die Zwischenpfeiler mit Baustahl armiert werden. Im Auslaufbereich haben die Vorbereitungen für den zweiten Abschnitt der Fischaufstiegshilfe begonnen. Die dreiteilige Wehranlage ist bereits fertiggestellt.

Nass-Inbetriebnahme

Laut Mathis erfolgt Ende Juli 2014 die sogenannte Nass-Inbetriebnahme. „Dabei werden Turbine und Generator erstmals probeweise mit dem Wasser der Ill betrieben“, erklärt der Projektleiter. Der Regelbetrieb soll dann im Laufe des Folgemonats aufgenommen werden.

Noch nicht abgeschlossen sind die Verhandlungen mit der Versicherung bezüglich des Hochwasserereignisses im Jahr 2012. Wie berichtet, war zwei Monate nach Baubeginn ein Damm von den Wassermassen weggerissen worden. Dabei wurde das frisch angelegte Bett des Spiersbaches zerstört und ein Baufeld überflutet, was wiederum eine mehrwöchige Bauverzögerung zur Folge hatte. Der Schaden beläuft sich gemäß Angaben der Stadtwerke Feldkirch auf 1,8 bis zwei Millionen Euro.

Baukosten

Was die Einhaltung der veranschlagten Baukosten (rund 30 Millionen Euro) angeht, gibt man sich seitens der Stadtwerke zuversichtlich.

Die Turbinen, welche nach einer Ausschreibung als bestes Produkt bestellt worden sind, können – wie berichtet – mehr Wasser zur Stromerzeugung nutzen, als ursprünglich angenommen. Dadurch kann der durchschnittliche jährliche Energieertrag um gut zwölf Prozent auf rund 28,5 Millionen Kilowattstunden gesteigert werden.

Auf der Baustelle am Illspitz geht es voran. In zwei Monaten läuft das Kraftwerk zum ersten Mal an.  Foto: sm  
Auf der Baustelle am Illspitz geht es voran. In zwei Monaten läuft das Kraftwerk zum ersten Mal an. Foto: sm  

Kraftwerk in Zahlen

» Kosten: rund 30 Millionen Euro

» Bauzeit: August 2012 bis
August 2014

» Jahreserzeugung Strom:
28 Kilowattstunden

» Leistung: 7 Megawatt

» Turbinen: Zwei Kaplan BULB mit Laufrad-Durchmesser von
2, 85 Meter