Diskussion um Bettler in Feldkircher Innenstadt

Vorarlberg / 01.06.2014 • 19:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hat Feldkirch ein Problem mit Bettlern? Viele Bürgerforumsteilnehmer glauben, schon. Foto: APA/Techt
Hat Feldkirch ein Problem mit Bettlern? Viele Bürgerforumsteilnehmer glauben, schon. Foto: APA/Techt

Bürgerforumsteilnehmer beklagen Zunahme von Bettlern in der Feldkircher Innenstadt.

feldkirch. (VN-stm) Teils heftige Reaktionen zog am Wochenende ein Beitrag von „w.guschlbauer“ im Bürgerforum Vorarlberg nach sich. „Die Feldkircher Innenstadt wird an Samstagen immer mehr von aufdringlichen Bettlern bevölkert“, schrieb der Nutzer. Er überlege
sich ernsthaft, mit seinen Kindern noch in die Stadt zu gehen.

Organisierte Banden?

Unter den mehr als 40 Antworten fanden sich zahlreiche Unterstützer für Guschlbauers Anliegen. „Ich gehe am Samstag nicht mehr in die Stadt, mir sind zu viele Bettler dort!“, echauffiert sich etwa  „W.L.“. „Wir sind fast jeden Samstag in Feldkirch, an jeder Ecke sitzt ein Bettler“, berichtet auch „Gitte“. „Nun aber kommen sie sogar noch frech mit den Bechern an den Tisch zum Betteln.“

Viele Nutzer vermuten organisierte Banden hinter dem Anstieg. „Auf einmal sprießen sie wie Pilze aus dem Boden“, schreibt ein Teilnehmer mit dem Pseudonym „Weltenwanderer“. „Die sind jeden Tag da draußen und treiben die Kohle für ihre Sklavenhalter ein.“ Seine Vermutung macht „Weltenwanderer“ an mehreren Beobachtung fest. So will er etwa gesehen haben, wie eine Bettlerin von einem Mann „in guter Verfassung“ Anweisungen erhielt.

Aber auch andere Stimmen gibt es. „E.R.A.“ beispielsweise stellt die Frage: „Habt ihr schon mal überlegt, dass diese Menschen aus einer Not heraus betteln gehen?“ Sein Appell: „Versuchen wir doch zu überlegen, wie wir helfen können!“

Polizei beruhigt

Vorschläge, wie man dem Problem Herr werden könnte, fanden auch ihren Weg ins Bürgerforum. „Weltenwanderer“ beispielsweise regt einen „Bettlerpass“ für wirklich hilfsbedürftige Personen an. Nur so könne man sie von organisierten Bettlerbanden unterscheiden. „New mind“ wiederum wünscht sich Gutscheine, die Obdachlose gegen Essen und Trinken einlösen können.

Gegenüber VOL.AT heißt es von der Stadtpolizei Feldkirch, dass es sich beim unaufdringlichen Betteln um ein zu schützendendes Menschenrecht handle – alles andere bedürfe eines Nachweises. Susanne Dilp von der Landespolizeidirektion lässt indes wissen: „In den Sommermonaten gibt es mehr Bettler, allein schon, weil es wärmer ist.“ Habe man den Verdacht, dass es sich um eine Bande handle, bzw. fühle man sich von einem Bettler belästigt, solle man unmittelbar die Polizei verständigen. „Dann hat die Polizei eine Handhabe“, so Dilp. Mit „normalen“ Bettlern müsse man hingegen umgehen lernen.

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