Neustart am Rohrspitz

Vorarlberg / 02.06.2014 • 21:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wo jetzt der Kiosk steht, soll ein Mehrzweckgebäude mit Lärchenholz-Fassade und begrüntem Flachdach entstehen.  Architektur J. Hagspiel  
Wo jetzt der Kiosk steht, soll ein Mehrzweckgebäude mit Lärchenholz-Fassade und begrüntem Flachdach entstehen. Architektur J. Hagspiel  

Günther Salzmann hat bei der BH Pläne für ein kleineres Projekt eingereicht.

Fußach. (VN-ger) Vor elf Jahren ließ Günther Salzmann die ersten Pläne für die Erweiterung des Salzmann-Hafens anfertigen. Dem Vorhaben wehte allerdings von Anfang an ein rauer Wind entgegen. Im Juli 2010 sammelte die Bürgerinitiative „Unser Rohrspitz“ 5000 Unterschriften gegen den geplanten Umbau. Knapp ein Jahr später entschied das Land, dass für das Projekt eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich ist. Eine solche kam für den Hafeneigentümer vor allem aus finanziellen Gründen aber nicht infrage. Er legte Berufung beim Umweltsenat in Wien ein. Ohne Erfolg. Der Baustart war damit in weite Ferne gerückt. Nun jedoch geht Salzmann mit einem neuen, kleiner dimensionierten Projekt an den Start. Die Bauverhandlung ist für den 30. Juni anberaumt.

Die Hafenanlage mit den 182 bewilligten Liegeplätzen sowie der Polderdamm bleiben nun von den Baumaßnahmen unberührt. Ebenso wurden die Boots-Tiefgarage und das Kleinhotel mit zwölf Doppelzimmern aus den Plänen gestrichen.

Kleinere Tiefgarage

Entstehen soll indes ein Multifunktionsgebäude mit Technik- und Lagerräumen, Dusch- und WC-Anlagen, einem Kiosk samt Terrasse, Büros, einer Rezeption sowie zwei Wohnungen. Hierfür wird der bestehende Kiosk abgerissen. Das Restaurantgebäude bleibt bestehen. Etwas kleiner ausfallen wird die geplante eingeschoßige Tiefgarage mit 166 anstatt 220 Stellplätzen. Insgesamt sollen nach dem Umbau 259 Auto- und zwei Bus-Parkplätze zur Verfügung stehen. „Das sind um 93 weniger als bisher“, erläutert Salzmann. Für den Bau der Tiefgarage fallen rund 15.600 Kubikmeter Aushubmaterial an. Dieses soll laut den Projekt­unterlagen außerhalb des Naturschutz- und Natura-2000-Gebiets Rheindelta auf Höchster Ackerflächen mit einer Schutthöhe von 50 Zentimetern deponiert werden. Um 2700 Quadratmeter vergrößert wird dafür der Campingplatz. Die bestehenden Stellplätze werden neu geordnet, die Anzahl von 169 bleibt aber unverändert.

Salzmann investiert in das Projekt zwischen fünf und sechs Millionen Euro. Über den Spatenstich nachdenken will der Hafenchef aber erst, „wenn ich den Stempel in der Hand habe“. Fest steht bereits: Der Baustart würde im Herbst erfolgen und der Rohbau innerhalb von einem halben Jahr fertiggestellt sein. Zumindest eine Umweltverträglichkeitsprüfung dürfte es diesmal nicht geben. „Nach Information aller zuständigen Stellen ist eine UVP-Pflicht nicht gegeben“, informiert der Bregenzer Bezirkshauptmann Elmar Zech. Zech geht außerdem davon aus, dass keine grundsätzlichen Bedenken bestehen. „Aber einige inhaltliche Fragen sind sicher noch zu klären“, führt er aus.

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