13 Meter: Eine Autobahn mit Tiefgang

Vorarlberg / 06.06.2014 • 18:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
13 Meter: Eine Autobahn mit Tiefgang

Schlechte Bodenverhältnisse: Warum die A14 bis zu 13 Meter in die Tiefe geht.

Dornbirn. Immer wieder gibt der Boden der Rheintal Autobahn A14 bei Dornbirn-Nord nach. Die Senkungen der Fahrbahn werden vom Straßenerhalter ASFiNAG genau beobachtet. „Insbesondere in den abwechselnden Bereichen von Dämmen und Brücken“, erklärt Martin Kirchmair, Leiter der Abteilung Bestandsmanagement. Ist der Niveau-Unterschied zu groß, muss ein Ausgleich geschaffen werden. „Dann wird die Oberflächenschicht des Asphalts abgefräst und mit tragfähigem Asphalt aufgefüllt“, beschreibt der Experte. Ein Verfahren, das auf der A14 schon öfter durchgeführt wurde.

Zu den setzungsempfindlichsten Abschnitten der Autobahn zählt der Bereich Dornbirn-Nord. Hier hat die ASFiNAG zuletzt Asphalt-Messungen durchgeführt. Die Asphaltstärke hat an manchen Stellen schon die 60-Zentimetermarke erreicht. Aber das sind nur die obersten Schichten. Die A14 geht viel weiter in die Tiefe. Im Extremfall reichen die Setzungen der einstigen Lastschüttungen zwölf Meter ins Erdreich.

Spatenstich 1965

Rückblick: Vor 50 Jahren nahmen die Pläne zum Bau der ersten Autobahn im Land ein wichtige Hürde. Mit der Novellierung des Bundesstraßengesetzes wird die Grundlage für die Rheintalautobahn geschaffen. Schon ein Jahr später, am 29. Oktober 1965, erfolgte der Spatenstich zum ersten Bauabschnitt von Dornbirn-Nord bis Götzis-Straßenhäuser. Schon damals war klar, dass der Untergrund Probleme bereiten wird. „Es wurden Vorlastschüttungen errichtet. Sie sollten Setzungen vorwegnehmen und den darunterliegenden Boden verbessern“, beschreibt Martin Kirchmair die Vorgehensweise. Das sei zur damaligen Zeit die technisch einfachste Möglichkeit gewesen.

Geringe Tragfähigkeit

Die Bodenverhältnisse waren höchst unterschiedlich. Teilweise änderten sie sich alle 100 Meter. Besonders ungünstig entwickelte sich das Baulos Dornbirn-Nord, wie im VN-Artikel zur Eröffnung des ersten Teilabschnitts am 17. Dezember 1971 nachzulesen ist. So sei es im Laufe der Arbeiten zu großen Setzungen gekommen, die das erwartete Maß bei Weitem überschritten hätten. „Anfänglich wurde mit Setzungen von drei bis vier Metern gerechnet. An diesem Abschnitt betrugen sie aber am Ende bis zu zwölf Meter“, heißt es im Bericht zur feierlichen Eröffnung vor 43 Jahren.

6 Mill. Kubik Schüttmaterial

Lastschüttungen waren praktisch auf der gesamten Trasse notwendig. Bis zur Fertigstellung der gesamten Autobahnstrecke wurden rund sechs Millionen Kubikmeter Schüttmaterialien aufgebraucht. Ein Großteil des Materials stammte vom Udelbergdurchstich (Kummenberg). „Nie zuvor wurden so große Massenbewegungen durchgeführt“, schrieben die Vorarlberger Nachrichten damals.

Damit lassen sich die Dimensionen der A14 heute nachvollziehen. Im Extremfall geht die Autobahn bis zu 13 Meter in die Tiefe. Erst darunter ist der ursprüngliche Boden aus Torfschichten und Lehm.

Regelmäßige Beobachtungen

ASFiNAG-Bestandsmanager Martin Kirchmair beschreibt den Untergrund der A14 heute als sehr unterschiedlich. Die extremsten Setzungen liegen demnach im Bereich der Anschlussstelle Dornbirn-Nord. „Ungünstige Verhältnisse gibt es auch im Bereich Götzis. Ansonsten variieren die Bodenverhältnisse sehr.“ Ausnahme sei der Walgau, wo es kaum Probleme mit dem Untergrund gibt.

Insgesamt ist die A14 aber bis heute nicht zur Ruhe gekommen. Kirchmair spricht von einem immer noch schwierigen Untergrund, der nicht ganz setzungsfrei ist. „Es wurde zwar mit der damaligen Bauweise viel, aber sicher nicht alles vorweggenommen“, so der Experte im VN-Gespräch. Auf das Team der Bauwerksinspektion komme deshalb im Rheintal eine große Herausforderung zu, diese Setzungen zu beobachten. Speziell die Übergänge von Freilandautobahn zu Brücken und Dämmen müssen dabei im Auge behalten werden.

Die extremsten Setzungen verzeichnen wir im Bereich der Anschlussstelle Dornbirn-Nord.

Martin Kirchmair, ASFiNAG
A14: Die Setzungen fordern immer wieder Sanierungsmaßnahmen. Foto: VN/Steurer
A14: Die Setzungen fordern immer wieder Sanierungsmaßnahmen. Foto: VN/Steurer

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