Automatenknacker als Filmstars

Vorarlberg / 09.06.2014 • 21:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Dornbirner Markus Peter mit seiner Kamera auf dem Balkon, von dem aus er die Täter filmte. Foto: VN/Sohm
Der Dornbirner Markus Peter mit seiner Kamera auf dem Balkon, von dem aus er die Täter filmte. Foto: VN/Sohm

Der Dornbirner Markus Peter bannte Einbrecher während der Tat auf Video.

dornbirn. (VN-gs) Es war am 26. August 2013 exakt zur Geisterstunde, als der 45-Jährige auf seinem Balkon in der Ferne geisterhafte Gestalten erspähte. So nahm er wenige Hundert Meter von seinem Haus entfernt in der Dunkelheit zwei Unbekannte wahr, die sich beim Sparmarkt Rohrbach in Dornbirn an einem Zigarettenautomaten zu schaffen machten.

Von Kindern informiert

Doch weshalb hatte sich Markus Peter zu dieser fortgeschrittenen Zeit auf seinen Balkon begeben? Nun, seine Kinder hatten noch nicht das Bett gehütet und eben jene zwei Verdächtigen erblickt. Flugs berichteten sie ihre Wahrnehmungen der Mutter, die ihrerseits den Gatten informierte. „Die Kinder haben gerade zwei Einbrecher gesehen“, sagte sie.

Polizei alarmiert

Markus Peter tat nun zwei Dinge: „Ich sagte zu meiner Frau, sie soll die Polizei über die Beobachtungen informieren. Ich selbst griff zur Videokamera.“

Gesagt, getan. Als sich der 45-Jährige auf den Balkon begab, konnte auch er zwei männliche Personen beim Sparmarkt ausmachen. Offensichtlich hantierte eine von ihnen am außerhalb des Geschäftes angebrachten Zigarettenautomaten herum, die andere stand währenddessen in einiger Entfernung Schmiere.

Vor Polizei versteckt

Während es nun galt, bis zum Eintreffen der inzwischen alarmierten Polizei zu warten, nutzte Peter die Gunst der Stunde und bannte das Geschehen beim Sparkmarkt auf Video. „Das war auch
trotz der Dunkelheit kein ­Problem, da die Täter im Schein der Straßenlaterne standen“, so der Zeuge zu den VN.

Minutenlang filmte der Dornbirner die Szene, bis sich schließlich die Polizei näherte. Während die Täter nicht bemerkt hatten, dass sie die längste Zeit Darsteller vor einer „versteckten Kamera“ waren, entging ihnen hingegen die Ankunft der Ordnungshüter nicht.

Obwohl sich einer der Einbrecher bei der Annäherung eines Streifenwagens zu verstecken versuchte, konnte er nur wenig später von den Beamten festgenommen werden.

Noch mehr Täter

Auch wenn die Filmaufnahmen des Dornbirners für eine Identifizierung der Täter eher nicht ausgereicht hätten, so war es doch die rasche Alarmierung durch die Familie, die zur Ergreifung des Einbrechers auf frischer Tat führte.

Im Zuge der weiteren Erhebungen konnten der zweite Täter sowie weitere Verdächtige ausgeforscht werden, die in unterschiedlicher Besetzung insgesamt sieben Einbruchsdiebstähle verübt hatten. Der Haupttäter wurde später in die Justizanstalt Feldkirch eingeliefert, die übrigen Verdächtigen auf freiem Fuß angezeigt.

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