261 Kilometer sind geschafft

Vorarlberg / 13.06.2014 • 22:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Harald Kaufmann läuft für die Familie seines Bruders vom Burgenland nach Bregenz.

Bregenz. Am 1. Juni ist er im burgenländischen Rust gestartet, 261 Kilometer hat er seitdem zurückgelegt. Zu Fuß, wohlgemerkt. Und dennoch: Bei der bereits zurückgelegten Etappe handelt es sich erst um einen Bruchteil, will der 34-jährige Nenzinger Harald Kaufmann doch insgesamt 1200 Wander-Kilometer meistern.

Kaufmann absolviert den österreichischen Weitwanderweg 01 – er führt von Rust im Burgenland nach Bregenz – für seinen Bruder Andreas und dessen vier Kinder: Andreas‘ Ehefrau und vierfache Mutter Sabrina ist bei einem tragischen Verkehrsunfall im vergangenen September ums Leben gekommen – sie wurde in Göfis in ihrem Pkw von einem 280 Kilogramm schweren Heuballen, der in einer Kurve vom Anhänger eines Landwirts rutschte, erdrückt. Mit seinem noch bis Ende Juli andauernden Spendenlauf will Harald Kaufmann für die Familie seines Bruders finanzielle Mittel aufbringen.

Am Limit

Gestartet hat er seine Reise in Rust mit einem 31-Kilometer-Fußmarsch. Etwas mehr als 20 Kilometer ist er seitdem im Schnitt täglich gewandert. Das bisherige Resümee? „Ich muss zugeben, es ist schon sehr streng“, so Kaufmann gestern am Telefon. Fast an sein körperliches Limit gebracht habe ihn der Weg vom Graf-Meran-Haus (1836 Meter) über den Teufelssteig zur Voisthalerhütte (1654 Meter) im steirischen Hochschwab-Gebirge. „Dieses ständige Auf und Ab setzt ordentlich zu“, sagt er. Hätten auf halbem Weg nicht zwei Kompagnons auf ihn gewartet, gibt er zu, hätte er es an diesem Tag wahrscheinlich dabei belassen. „Aber ich wollte natürlich keine Schwäche zeigen, und habe mich so gezwungen, weiterzumachen“, erzählt er und lacht.

Schwerer Rucksack und Hitze

Erschwerend hinzu zur ohnehin anstrengenden Wanderung kommen der 17 Kilogramm schwere Rucksack und die Hitze. „Vier bis fünf Liter am Tag muss man da schon trinken.“ Geregnet habe es bis dato erst einmal. Da dafür umso mehr. „Drei Stunden lang hat es geschüttet wie aus Kübeln“, erzählt Kaufmann.

Motivierende Worte

Hat der 34-Jährige mit schwierigen Momenten zu kämpfen, sind sofort Bruder Andy und dessen Kinder Jana, Alex, Nino und Leon zur Stelle – zumindest telefonisch. „Von ihnen gibt es dann aufmunternde und motivierende Worte. Das spornt an.“ Eines der schönsten zwischenmenschlichen Erlebnisse bisher sei das Treffen mit einem Wanderer aus Nüziders gewesen. „Es hat mich sehr gefreut, mitten in den steirischen Bergen einen Vorarlberger zu treffen und mich mit ihm auszutauschen. Hier kann es mitunter nämlich sehr einsam werden – an vielen Tagen sehe ich bis zu sechs Stunden lang keinen einzigen Menschen. Nur Kühe“, schildert er einen sonst typischen Wandertag.

Der Nenzinger hat immer sein Ziel vor Augen – den Spendenlauf bis 21. Juli zu absolvieren und dabei Spendengelder für die Familie seines Bruders zusammen zu bekommen. „261 Kilometer habe ich jetzt ja schon geschafft. Das fühlt sich gut an.“ Kaufmann nimmt sein Abenteuer weiter sportlich – und vor allem mit einer Prise Humor. „Weit habe ich es ja nicht mehr.“

261 Kilometer sind geschafft
Gemeinsam wandert es sich besser zur Voisthalerhütte. fotos: privat
Gemeinsam wandert es sich besser zur Voisthalerhütte. fotos: privat
1200 km wird Kaufmann laufen.
1200 km wird Kaufmann laufen.

Harald Kaufmanns Spendenlauf kann auf Facebook unter „Zu Fuß von Burgenland nach Bregenz“ verfolgt werden. Unter folgendem Konto können Sie der Familie helfen: Raiffeisenbank Frastanz-Satteins, Andreas Kaufmann, Verwendungszweck: Mit dem Herzen unterwegs, IBAN: AT603742400000065391, BIC: RVVGAT2B424

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