Die Chancengleichheit ist Wahlthema der SPÖ

Vorarlberg / 13.06.2014 • 20:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Interview Gabriele Heinisch-Hosek
Interview Gabriele Heinisch-Hosek

Zu große Einkommensunterschiede. Zu wenig Betreuungseinrichtungen für Kinder.

bregenz. (VN-hrj) „Der von Land, Arbeiterkammer und ÖGB jüngst veröffentlichte Gleichstellungsbericht zeigt, dass es noch vieler Anstrengungen bedarf, um in Vorarlberg im Bereich Gleichstellung auf der Leiter weiter zu kommen“, sagte Olga Pircher gestern bei der Präsentation des SPÖ-Programms zur Landtagswahl, dessen Schwerpunkte frauenpolitische Themen sind. Der 62-jährigen SPÖ-Frauenvorsitzenden geht es in erster Linie „um Chancengleichheit von Frauen in allen Lebenslagen“.

Zu einem der Wahlkampf­themen haben die Sozialdemokraten die Verkleinerung der Einkommensschere gemacht. Denn nach wie vor weise Vorarlberg im Bundesvergleich die höchsten Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau auf. „Das mittlere Jahreseinkommen der ganzjährig vollbeschäftigten Frauen liegt um 28 Prozent unter jenem der Männer“, informierte sie.

Die großen Einkommensunterschiede hingen auch damit zusammen, dass Frauen den überwiegenden Anteil an nicht bezahlter Arbeit übernehmen, wie Haushalt und Pflege, erklärte die Sozialdemokratin. Dazu kämen die Mängel in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Deshalb bedarf es eines massiven Ausbaus der Kinderbetreuung und der Einführung eines Mindestlohnes in der Höhe von 1500 Euro brutto und einer weiteren Verbesserung der Anrechnung der Kindererziehungszeiten für die Pension.“ Wichtig wäre laut Pircher auch eine Neubewertung der typischen Frauenberufe. Wie wichtig, würden beispielsweise folgende unterschiedliche Gehälter im 3. Lehrjahr zeigen: Eine Friseurin erhält 712 Euro, ein Elektrotechniker 964 Euro.“

Was den Ausbau der Kinderbetreuung angeht, sei seitens des Landes einiges investiert worden, räumt Pircher ein, „aber nach wie vor sind die Angebote nicht ausreichend“. Den Sozialdemokraten zufolge würden in Vorarlberg viel mehr Betreuungseinrichtungen benötigt – vor allem für Kinder unter drei Jahre. Außerdem brauche es im Land mehr Kindergärten mit ganztägigen Angeboten und Mittagstisch und mehr Ganztagsschulen. Auch die Sommeröffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen müssten verbessert werden.

Des Weiteren fordert Pircher eine Senkung des Eingangssteuersatzes von 36,5 auf 25 Prozent für die Einkommen von 11.000 bis 16.000 Euro jährlich. „Davon würden 60 Prozent der berufstätigen Frauen aufgrund ihres niederen Einkommens profitieren“, betont sie. Im Übrigen kämen auch die Vermögensteuern den Frauen zugute.

Wahl der Landesvorsitzenden

Heute, am Samstag, halten die SPÖ-Frauen im Central-Hotel Leonhard in Feldkirch ab 13 Uhr ihre Landeskonferenz ab. Olga Pircher tritt zum sechsten Mal in Folge als Landesvorsitzende zur Wahl an.

SPÖ-Landeschef Michael Ritsch, der laut eigener Aussage als einziger Mann an der Konferenz teilnehmen dürfe, ist von der Wiederwahl Pirchers überzeugt.

Wichtig wäre eine Neubewertung der typischen Frauenberufe.

Olga Pircher

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