Kaiserjäger und Marine

Vorarlberg / 15.06.2014 • 19:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kriegschronik des Bregenzers Walter Lauck: Er war in den Dolomiten unter anderem als Bergführer tätig. Foto: Dietger Mader
Kriegschronik des Bregenzers Walter Lauck: Er war in den Dolomiten unter anderem als Bergführer tätig. Foto: Dietger Mader

Bregenzer zählte im Ersten Weltkrieg zu den wenigen Überlebenden eines Schiffsangriffs.

Wien. (VN-ebi) Während des Zweiten Weltkriegs verbrachte der Bregenzer Dietger Mader als kleiner Junge viel Zeit auf dem Bauernhof seines Großonkels Walter Lauck. Damals habe er noch nicht daran gedacht, was diesem so alles während des Ersten Weltkriegs widerfahren sei, sagt Mader. Er blickt aber gerne auf die Zeit mit seinem Großonkel zurück und auch an jene mit den Pferden, Ochsen, Hunden und Katzen auf dem Bauernhof. Walter Lauck sei ein überall beliebter Mann gewesen, ein geschickter Schlosser, ein guter Landwirt und ebenso ein toller Onkel, erinnert sich Mader.

Der Landwirt rückte im Herbst 1915 als Tiroler Kaiserjäger nach Italien in die Dolomiten ein. „Sein Wunsch war es jedoch immer, zur Marine zu kommen. Dass er zuerst bei den Jägern war, hängt aber wahrscheinlich mit seinem Onkel Oberst Bilgeri zusammen“, erklärt Mader.

Bekannte Vorfahren

Oberst Georg Bilgeri zählt bis heute zu den Pionieren des Skilaufs. Zudem war er auch Ausbildner im Heer. Das Kommandogebäude des österreichischen Bundesheeres in Bregenz wurde später sogar nach ihm benannt.

Als Bergführer in Italien

Dass Bilgeris Neffe im Ersten Weltkrieg in den Dolomiten unter anderem als Bergführer tätig war, verwundert daher nicht. Als sich der Krieg jedoch dem Ende zuneigte, ging Laucks Wunsch, zur Marine zu wechseln, offenbar in Erfüllung, erzählt Mader: „Gute Schlosser konnte man auf den Schiffen schließlich auch gut gebrauchen.“ Doch all dies half der Besatzung nichts, als sie angegriffen wurde. Am 1. Oktober 1918 um elf Uhr nachts, wie es in seiner Kriegschronik steht, sank das Schiff, auf dem sich Lauck befand. Der Vorarlberger konnte sich mit noch drei Männern als einzige Überlebende an Land retten. Daraufhin wurde er beurlaubt. Er blieb bis zum Kriegsende in Vorarlberg. Bis zu seinem Tod 1949 arbeitete Lauck auf dem Bauernhof, zuerst in Lochau und später in Ofterschwang bei Sonthofen im Allgäu.

„Das Zeitalter der Weltkriege 1914-1945“ (Ernst Piper)
VK für Abonnenten € 19,90
VK für Nichtabonnenten € 24,95
Erhältlich im VN-Shop unter www.vorarlbergernachrichten.at/shop oder tel. unter 05572/501-695

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.