Millionen für die Wasserversorgung

Vorarlberg / 16.06.2014 • 20:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So selbstverständlich Lisa-Sofia aus Egg mit dem kühlen Nass spielt, so hoch ist der Aufwand, damit es nie vesiegt.  Foto: Berchtold
So selbstverständlich Lisa-Sofia aus Egg mit dem kühlen Nass spielt, so hoch ist der Aufwand, damit es nie vesiegt. Foto: Berchtold

Land, Bund und Gemeinden investieren 161 Millionen Euro, damit es weiter sprudelt.

Bregenz. (VN-tm) Das sieht auf den ersten Blick höchst komfortabel aus: Jedes Jahr stehen den rund 372.000 Menschen in Vorarlberg und ihren Unternehmen zehn Prozent der Niederschlagsmenge, also 500 Milliarden Liter Wasser zur Verfügung. Tatsächlich gebraucht werden aber nur 57 Milliarden Liter, der „Rest“ ist satter Überschuss. Damit diese Bilanz nie in Schieflage gerät, will die öffentliche Hand bis 2040 rund 161 Millionen Euro investieren. Neue Schutz­gebiete werden bestimmt und Notversorgungseinrichtungen gebaut, bestehende Systeme instandgehalten. Am Montag hat das Team rund um Thomas Blank und Albert Zoderer von der Ab­teilung Wasserwirtschaft Vorarlbergs das druckfrische Trinkwasserversorgungskonzept auf den Tisch gelegt. Es gibt die Richtung an und stellt den Vorarlbergern zudem ein gutes Zeugnis aus.

Geringer Verbrauch

Die sind nämlich sparsam im Verbrauch: Während ein US-Amerikaner pro Tag 265 Liter Wasser benötigt, findet der Vorarlberger mit 140 Litern täglich sein Auslangen. 32 Prozent davon braucht er fürs Duschen und Baden, ein Viertel der Menge rinnt durch die Toilettenspülung, nur drei Prozent der täglichen Wassermenge werden getrunken oder gekocht.

Derzeit liefern 85 Gemeindeanlagen, drei Wasserverbände und 104 Genossenschaften das Trink- und Brauchwasser in Vorarlberg. Es ist vielerorts qualitativ so gut, dass es keiner chemischen Aufbereitung bedarf, betont Wilfried Breuss am Beispiel der Stadtwerke Bregenz und nimmt demonstrativ einen tiefen Schluck. Gefördert wurde das Wasser, das er eben genoss, im Mehrerauerwald. Dort steht, vor neugierigen Blicken verborgen, jener Brunnen, der 96 Prozent des Bregenzer Wassers fördert. Mit Hard verbindet Bregenz ein Notverbund. „1999, als in Hard beim Pfingsthochwasser die Kläranlage überlief, haben wir zwei Tage lang Trinkwasser hinübergepumpt.“

Mehr Schutzgebiete

Freilich hat das System auch Schwachstellen. „Alte Hochbehälter, die saniert werden müssen“, nennt Thomas Blank. Außerdem sind derzeit nur 61 Prozent der 54 Vorarlberger Brunnen durch Schutz- und Schongebiete gesichert. „Bei den Quellen sind es nur 13 Prozent.“ Diese Quote will das Land erhöhen. Damit dürfte man mancherorts freilich den Landwirten in die Quere kommen, weil in Schutzgebieten u.a. Beschränkungen beim Düngen gelten.

Wasserversorgung in Vorarlberg

» Niederschlag: 1900 mm, ca. 5000 Mill. m³/Jahr

» Nutzbare Wassermenge: ca. 10 Prozent des Niederschlages, 500 Mill. m³/Jahr

» Derzeit genutzte Wassermenge: ca. 1 Prozent des Niederschlages, 57 Mill. m³/Jahr, davon 70 Prozent Grundwasser, 30 Prozent Quellwasser

» Wasserverbrauch pro Einwohner: 140 l/Tag; 50 m³/Jahr

» Wasserversorger in Vorarlberg: 85 Gemeindeanlagen, 3 Wasserverbände,104 Wassergenossenschaften (in 36 Gemeinden)

» Anschlussgrad an die öffentliche Wasserversorgung: 97 Prozent der Bevölkerung bzw. 93 Prozent aller Gebäude

» Deckung des Wasserbedarfes: 70 Prozent aus Grundwasser mit 54 Brunnenanlagen und einer Förderkapazität von ca. 3000 l/s, 30 Prozent aus Quellwasser mit ca. 800 Quellen und einer Mindestschüttung von über 1100 l/s

» Ungenutzte Quellvorkommen: Über 100 Quellen; Mindestschüttung über 800 l/s

» Gesamtfläche der Wasserschutzgebiete: 12,7 km²

» Gesamtfläche der Wasserschongebiete: 50,8 km²

» Wasserspeicherung: 636 Wasserbehälter; Volumen ca. 130.000 m³ (davon 25 Prozent für die Löschwasserversorgung)

» Maßnahmenplanung VTWK:
250 Quellschutzgebiete, 12 Brunnenschutzgebiete, 60 Quellfassungen, 7 Brunnenanlagen, 112 Wasserbehälter (Gesamtspeichervolumen ca. 18.500 m³), 44
Pumpwerke, 220 km Wasserleitungen

» Herstellungskosten bis 2040: rund 161 Millionen Euro

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