“Viele Worte und wenig Inhalt”

Vorarlberg / 16.06.2014 • 21:14 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Entwicklung der Steuerpolitik ist für den jungen Sozialdemokraten Dominik Steinwidder frustrierend.  FOTO: VN/PAULITSCH
Die Entwicklung der Steuerpolitik ist für den jungen Sozialdemokraten Dominik Steinwidder frustrierend. FOTO: VN/PAULITSCH

Politiker sind Volksvertreter, und so müssen sie agieren, ist Dominik Steinwidders Ansicht.

schwarzach. Er sagt was er denkt, spricht Probleme direkt an, setzt auf eine wertschätzende Gesprächskultur. Eine Idee zu ignorieren, nur weil sie von einer anderen Fraktion kommt, ist für ihn inakzeptabel. „Man muss aufeinander zugehen und Entscheidungen über die politischen Farben hinweg treffen“, ist die Meinung des Jungpolitikers Dominik Steinwidder. Der 29-jährige Ausbildungsleiter bei der Firma Grass hat sich vor sieben Jahren entschieden, der SPÖ beizutreten, um aktiv in der Politik mitreden und mitgestalten zu können. Für die Landtagswahl am 21. September kandidiert er auf Platz 9 der SPÖ-Landesliste.

Frustrierende Steuerpolitik

Besonders engagiert sich der Jung-Sozialdemokrat im Bereich Familie. Ihn bewegen Themen wie die Vereinbarung zwischen Familie und Beruf – unter anderem der Ausbau der Kinderbetreuung. Zum Beispiel wäre ein verstärktes Kinderbetreuungsangebot im Juli und August notwendig. „Und überhaupt eine Verkürzung der Sommerferien“, fügt er hinzu. Dass die meisten Kindergärten im Sommer über zwei Monate zu sind, sei untragbar.

Mit „viele Worte und wenig Inhalt“ beschreibt Steinwidder die Koalitionsregierung. Frustrierend sei im Besonderen die Entwicklung der Steuerpolitik. „Das Steuerentlastungspaket muss dringend her“, fordert er. Dieses müsse die Senkung der Lohnsteuer enthalten sowie die sofortige Abschaffung der kalten Progression. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen schleunigst entlastet werden. „Das Argument, man wisse noch nicht, wie man eine Steuerreform finanzieren kann, lasse ich nicht gelten. Da muss man wie in einem Unternehmen schauen, wo man überall einsparen kann.“ Einsparen könne man zu allererst in der Verwaltung, in der es zu viele unnötige Doppelgleisigkeiten gäbe. Und wie steht es mit der von der SPÖ vorgeschlagenen Millionärsabgabe? „Ja, aber ohne Neuverschuldungen. Und der Mittelstand darf nicht belastet werden.“

Sorgen macht ihm die ausgeprägte Politikverdrossenheit der jungen Menschen im Land. Die sei auf die derzeitige bundespolitische (Un-)tätigkeit zurückzuführen: „Da wird nur geredet und versprochen. Im Endeffekt passiert nichts.“ Die Politikverdrossenheit betreffe aber nicht nur die Urparteien – „auch die anderen Fraktionen sind davon betroffen“. Ihm ist unerklärlich, was sich die Bundespolitiker bei ihren „Aktionen“ denken. „Politiker sind ja hauptberuflich Volksvertreter“, sagt er. „Agieren sie nicht im Sinn des Volkes, gelten sie als Abkassierer.“ Er selber werde übrigens für seine politische Tätigkeit nicht bezahlt, stellt er klar.

Weg mit Luxuspensionen

Angst, im Alter keine Pension zu erhalten, hat Dominik Steinwidder nicht. Das österreichische Pensionsmodell hält er „für bewährt und das beste, das es auf dem Markt gibt. Aber so wird es nicht mehr tragfähig bleiben“, warnt er. „Die Pensionen werden sinken. Und die daraus resultierende Altersarmut wird katastrophal.“ Deshalb müsse das Pensionssystem dringend reformiert werden. Als Erstes gehörten die Luxuspensionen gestrichen. Eine Obergrenze von 9060 Euro festzusetzen, sei zu wenig.

Dass es überhaupt so hohe Pensionen geben kann, versteht Steinwidder nicht. „Was hat denn ein Nationalbankpräsident geleistet, dass er 14 Mal pro Jahr 32.0000 Euro bekommt?“ Sollte jetzt wieder nichts zustande kommen, müsse es Neuwahlen geben, so Steinwidder. „Dann kann man nicht mehr länger zuschauen.“

Word-Rap

Mein allererster Berufswunsch war: Feuerwehrmann, als Dreijähriger

Mein Freundin sagt über mich: zuverlässig

Meine bisher schönste Erfahrung: Geburt meines Sohnes Pascal am 1. 10. 2012

Das Wertvollste für mich: meine Familie

Geprägt haben mich besonders: meine Eltern

Hätte ich einen Wunsch frei . . . : Frieden und ein sicheres Leben für meine Familie

Am besten entspanne ich mich: auf der Terrasse mit einem Bier

Politiker sind wichtig, weil . . . : sie das Volk vertreten und etwas bewegen können.

Macht bedeutet für mich: Zuviel ist nie gut.

Zur Person

Dominik Steinwidder

ist seit 2011 Vorsitzender der Jungen Generation (JG) Vorarlberg und deren stellvertretender Bundesvorsitzender.

Geboren: 4. 9. 1984

Wohnort: Dornbirn

Familienstand: verheiratet und Vater eines Sohnes

Beruf: Maschinenmechaniker, Industriemeister, Ausbilder bei Grass

Motto: Net lugg lo. Immer dra blieba.

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