Blechbeule nach Ballerina-Attacke

Vorarlberg / 17.06.2014 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Selbst leichte Ballerinas können erheblichen Schaden anrichten, wenn sie mit entsprechender Kraft eingesetzt werden.  Foto: VN/Steurer
Selbst leichte Ballerinas können erheblichen Schaden anrichten, wenn sie mit entsprechender Kraft eingesetzt werden. Foto: VN/Steurer

Das Auto habe ein „kläle gewackelt“, als ihm die fünffache Mutter einen Fußtritt auf den Kotflügel verpasste.

Dornbirn. (VN-gs) Die Unterländerin hat fünf Kinder und Vorstrafen wegen Betrugs und Verleumdung. Vom Bezirksgericht Dornbirn kam nun eine weitere hinzu, diesmal wegen Sachbeschädigung. Es war das Auto eines Bekannten, das den Zorn der 47-Jährigen am eigenen Blech erfahren musste. Dem Attentat auf den Kotflügel ging ein Streit zwischen den beiden voraus. Sie trat mit dem Fuß dagegen, eine tiefe Delle zierte nun das Gefährt.

Als Angeklagte vor Bezirksrichter Frank Plasinger trat sie diesmal leiser. Bekannte sich „nicht unbedingt schuldig“ im Sinne der Anklage.

Falsch verstandener Spaß

„Ich war einfach so sauer“, begründete sie den Tritt gegen den Pkw, aber: „ich bin zwar draufgetreten, doch bei meinen leichten Schuhen, es waren nämlich Ballerinas mit Gummisohle, konnte die Delle gar nicht von mir kommen.“ Und außerdem: „So tief, wie sie auf dem Polizeifoto aussieht, ist die Delle gar nicht …“

Ihr Kontrahent, der geschädigte Autobesitzer, konnte die Aufregung damals gar nicht verstehen. „Ich habe nur mit einem Kollegen gescherzt. Da hat sie mitgehört und muss den Spaß dabei irgendwie falsch verstanden haben.“ Da sei sie wütend geworden und habe mit dem Fuß so fest gegen den Pkw getreten, dass der ganze Wagen sogar ein „kläle gewackelt“ habe.

Erschwerende Vorstrafen

Inzwischen sei aber alles wieder eitel Wonne. Das beteuerte auch die Beschuldigte: „Ich habe mich entschuldigt, wir haben uns geeinigt und alles passt wieder.“

Der Richter sah das anders. Seine Frage an die Angeklagte, ob sie denn mit Vorstrafen belastet sei, verneinte sie. Da half ihr der Rat im Talar auf die Sprünge: „Ich lese hier Verurteilungen wegen Betrugs und Verleumdung im Strafregister.“

„Okay, okay, das war noch in der Zeit mit meinem Ex“, kam als Antwort. Eine Diversion (außergerichtliche Einigung) erschien dem Richter wegen der Vorgeschichte der 47-Jährigen nunmehr unmöglich.

Er verurteilte die Beschuldigte wegen des Vergehens der Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen je vier Euro. Etwas verstört, doch zustimmend nickend, nahm die Frau den Richterspruch an.

So tief, wie sie auf dem Polizeifoto aussieht, ist die Delle gar nicht.

Angeklagte

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