Entführer des Lindauer „Horrorarztes“ verurteilt, Freispruch für die Vermittlerin

Vorarlberg / 18.06.2014 • 22:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein Jahr Haft auf Bewährung: Andre Bamberski.  Foto: AP
Ein Jahr Haft auf Bewährung: Andre Bamberski. Foto: AP

Ein Jahr Haft auf Bewährung für den Vater der auf mysteriöse Weise verstorbenen Kalinka.

Schwarzach. Knapp 32 Jahre nach dem mysteriösen Tod der 14-jährigen Kalinka ist ihr Vater wegen einer Selbstjustiz-Aktion zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Richter im elsässischen Mulhouse sahen es gestern als erwiesen an, dass Andre Bamberski 2009 die Entführung von Kalinkas deutschem Stiefvater nach Frankreich organisierte, um dort ein neues Verfahren gegen diesen zu ermöglichen. Der heute 79 Jahre alte Dieter K. ist nach Ansicht der französischen Justiz für den Tod der Jugendlichen verantwortlich. Kalinka war 1982 in einem Haus am Bodensee leblos in ihrem Bett gefunden worden.

Auslieferung stets abgelehnt

Behörden in der Bundesrepublik hatten die Auslieferung des früheren Arztes stets abgelehnt, weil ein Ermittlungsverfahren in Deutschland aus Mangel an Beweisen eingestellt worden war. Die Entführung des Mannes aus Bayern ermöglichte eine Festnahme und Verurteilung in Frankreich.

Ausgeführt wurde die Tat von zwei Komplizen, die den Deutschen auch misshandelt haben sollen. Die Männer wurden gestern zu jeweils einem Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt. Eine als Vermittlerin angeklagte Journalistin sprach das Gericht frei.

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