“Provokation ohne Sinn und Unfug obendrein!”

Vorarlberg / 18.06.2014 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der hängende Krähenkadaver im „Tisner Ried“.  Foto: Privat
Der hängende Krähenkadaver im „Tisner Ried“. Foto: Privat

Aufgehängte tote Krähe sorgt wieder für Empörung. Diesmal in Tisis.

Feldkirch. Die Meldung kam aus dem VN-Bürgerforum: „Das kann es doch nicht sein, dass Tisner Bauern Rabenkrähen töten und aufhängen! Kinder haben wegen der Tiere geweint und mir blutet auch das Herz.“ Als Beweis wurde ein Bild ins Forum gestellt. Ein Maisfeld in Tisis, auf ihm ein dünner Holzpfahl, an dem kopfüber eine tote Krähe hängt.

Erst im vergangenen März hatte ein ähnlicher Fall beim Bauhof Gaschurn für öffentliches Aufsehen gesorgt. Grünen-Chef Johannes Rauch protestierte gar in einem offenen Brief an Landesrat Erich Schwärzler gegen diese „perverse Praxis“. Der tote Vogel wurde schließlich abgehängt.

„Teile die Empörung“

Erst vorgestern drangen empörte Worte einer Frau an die Ohren des Feldkircher Veterinärs Oswald Kessler. „Sie regte sich über hängende Krähen im Tisner Ried auf“, so Kessler zu den VN, „und ich teile diese Empörung.“ Die Praxis, tote Krähen als eine Art Vogelscheuche aufzuhängen, bezeichnet er als eine Provokation ohne Sinn und einen Unfug obendrein. „Ich glaube nicht, dass sich lebende Krähen von einer toten Artgenossin abschrecken lassen, die Maiskulturen heimzusuchen. Das bringt gar nichts“, sagt er.

Man werde sich den konkreten Fall aus behördlicher Sicht jedenfalls ansehen und Schritte einleiten. „Doch allein nach dem Tierschutzgesetz geht hier gar nichts“, so Kessler, „schließlich handelt es sich dabei um ein totes Tier.“

In solchen Fällen sei eine rechtliche Handhabe gegen derartige Praktiken ohnehin nicht leicht.

Allerdings fällt in den Verantwortungsbereich der Veterinärbehörde unter anderem auch die fachgerechte Entsorgung von Tierkadavern. „Und eine tote Krähe aufzuhängen, ist keine richtige Entsorgung“, stellt der Veterinär klar. Hier könnten sich Möglichkeiten für Gegenmaßnahmen eröffnen. „Und im Übrigen sind solche Praktiken auch eine ethische Frage“, spricht er die Moral der verantwortlichen Landwirte an.

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