„Zusammenhalt ist alles“

Vorarlberg / 18.06.2014 • 18:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mehr als 60 Jahre in Gemeinsamkeit. Fotos: privat
Mehr als 60 Jahre in Gemeinsamkeit. Fotos: privat

Lustenau. Den ersten Teil ihrer Feier anlässlich des 60-jährigen Ehejubiläums haben Ludmilla, geb. Sommer, und Bernhard Halas schon hinter sich. In der ehemaligen Heimat der Frau, in Leibnitz in der schönen Südsteiermark, fand ein Familientreffen statt, zu dem sich viele Angehörige eingefunden und dem Jubelpaar schon im Voraus gratuliert haben. Zum eigentlichen Fest am heutigen Tag gibt es ein feines Essen im Kreis der Familie im Gasthaus Meindl.

Auf ein Leben voller Arbeit, Sorge und festem Zusammenhalt können Milli, wie Frau Halas genannt wird, und Bernhard zurückblicken. Während die Jubilarin aus St. Peter am Ottersbach bei Leibnitz stammt, wo sie am 18. August 1930 geboren wurde, kam Bernhard als sog. „Donauschwabe“ am 11. Jänner 1930 in Apfeldorf, dem heutigen Jabuka (Serbien) zur Welt. Trotz schlimmer Erlebnisse in seiner Jugendzeit ist er kein Kind von Traurigkeit und bewahrte sich bis heute einen guten Humor. Mit 15 Jahren kam er nach Graz, wo er „seine Milli“ anlässlich einer Tanzveranstaltung im Gasthaus Fürstenfelderhof kennenlernte. Sie arbeitete als Verkäuferin in der Zuckerlzentrale in Graz und Bernhard hatte Arbeit als Metzgerbursch gefunden. „Ihre schwarzen Augen haben mir so gut gefallen“, schwärmt Herr Halas noch heute von seiner Frau.

Am 19. Juni 1954 fand die Hochzeit im engsten Familienkreis statt und bald war es für Bernhard Halas klar: Er wollte unbedingt weiterkommen und versprach sich viel von einer Arbeitsmöglichkeit in der Schweiz. So kam das Ehepaar Halas 1963 auf ein Inserat hin nach Lustenau, wo Bernhard in der Adler-Metzgerei eine Anstellung fand und Milli in der benachbarten Schweiz. Da die Entfernung zu groß war, war ein Zusammenleben damals nicht möglich, ein schmerzlicher Umstand, der das Paar umso mehr zusammenschmiedete. Erst als sie in Lustenau eine Wohnung fanden und auch Frau Milli hier arbeiten konnte, war die Familie, samt Tochter Veronika, die bis dahin noch in der Steiermark gelebt hatte, glücklich vereint. Unter großen Entbehrungen und vielfach mit der Kraft der eigenen Hände bauten sie in der Zellgasse ein Zweifamilienhaus, das sie 1972 beziehen konnten. Bernhard fand endlich seinen ersehnten Posten in der Schweiz, war zunächst in der Viscose und dann 21 Jahre, bis zur Pensionierung, bei der Firma Stadler in Heerbrugg beschäftigt. Seine Frau war zuerst im Konsum tätig, dann bei Kinderbekleidung Schöttner und bei der Firma Abus konnte sie sich zur Meisterin hocharbeiten. Das Jubelpaar genießt die Nähe zur Tochter, die ihnen drei Enkelkinder schenkte, und ist froh über die Hilfe, die ihnen Schwiegersohn Günter zukommen lässt. Zum hohen Ehejubiläum wünschen alle den lieben Eltern und Großeltern vor allem Gesundheit und ein frohes Fest!

Ludmilla und Bernhard Halas am Hochzeitstag.
Ludmilla und Bernhard Halas am Hochzeitstag.

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