Bälle in Nachbars Garten

Vorarlberg / 20.06.2014 • 18:58 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Dr. Christoph Schneider
Dr. Christoph Schneider

Im Sommer zieht es die Menschen ins Freie. Dabei sollen auch sportliche Aktivitäten nicht zu kurz kommen und gerade zur Fußball- WM hat der Ballsport an Attraktivität seinen Höhepunkt erreicht. Viele wollen dabei ihren Idolen nacheifern und es kann dabei schon passieren, dass, wie bei den Profis auch, der Ball auch mal „ins Aus geht“. Was gilt aber, wenn dabei Bälle auf Nachbarsgrund gelangen?

Ortsüblich: Ein Nachbar muss Auswirkungen, wie beispielsweise Erschütterungen, Staub oder Lärm nur dann dulden, wenn sie das ortsübliche Maß nicht überschreiten und die ortsübliche Nutzung des Grundes nicht wesentlich beeinträchtigen.

Fußballplatz: Der Oberste Gerichtshof hat in einem konkreten Fall entschieden, dass es unzulässig ist, wenn Bälle ständig von einem Fußballplatz aus in Nachbars Garten gelangen. In diesem Fall waren mehrere Bälle pro Woche, oft aber mehrere Bälle am Tag, über die Grenze gelangt.

Beachvolley: Ein anderer Nachbar fühlte sich durch einen Beachvolleyballplatz beeinträchtigt. Das Gericht befasste sich sehr eingehend mit dem Fall. Es stellte dabei fest, dass der Lärm nicht viel größer als sonst üblich ist. Des Weiteren konnte festgestellt werden, dass in den letzten drei Jahren höchstens vier Bälle auf den Grund des Nachbarn gelangt sind. Die Klage des Nachbarn wurde daher abgewiesen.

Es kommt also auf die Frequenz bzw. darauf an, wie hoch die Anzahl der Fehlschläge ist. Ein Verein oder der Eigentümer eines Sportplatzes sollte daher jedenfalls Vorsorge treffen, damit Bälle nicht regelmäßig auf Nachbarsgrund landen. Nur durch genaue Prüfung kann im Einzelfall festgestellt werden, ob das zu tolerierende Ausmaß überschritten worden ist oder nicht.

Dr. Christoph Schneider,
Rechtsanwalt in Bludenz

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