Großes, buntes Lesefest

Vorarlberg / 26.06.2014 • 21:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Voller Saal und voller Einsatz: Florian Hutter las zuerst vor und erhielt 21 Punkte.  Fotos: VN/Matt, Hofmeister, Mathis
Voller Saal und voller Einsatz: Florian Hutter las zuerst vor und erhielt 21 Punkte. Fotos: VN/Matt, Hofmeister, Mathis

500 Kinder gestalteten im Vorlesebewerb lautstark das Finale der „Buch am Bach“.

Götzis. Die Schlacht ist geschlagen. Aber keine Sorge: Niemand verletzt. Nur die Regale, die drei Tage lang geduldig ihre Last getragen haben, sehen etwas mitgenommen aus. Die dritte „Buch am Bach“ hat gewaltig Sommerlektüre unters junge Lesevolk gestreut. Und die freiwilligen Helfer der VN-Kinder- und Jugendbuchmesse haben 1001 Ideen dazu gepackt, was man so alles mit Texten anstellen kann.

Unter Anleitung der Pädagogischen Hochschule etwa eigene Comics entwickeln. Von Donald Duck bis Obelix haben die PH-Studenten unzählige Figuren ausgeschnitten, und die Kinder haben ihnen lustvoll immer wieder neue Geschichten angedeihen lassen. Der Höhepunkt des letzten Messetags machte sich indessen zwei Stockwerke tiefer machtvoll bemerkbar. Im Vereinshaussaal war gegen Mittag der Teufel los.

Den ganzen Vormittag über hatten sich 21 Klassen aus acht Schulen – alles in allem über 500 Kinder – im Vorlesen gemessen. Das alte Götzner Feuerwehrhaus brummte nur so von Geschichten. Kurz vor Mittag dann füllt sich der Vereinshaussaal zur Endausscheidung. Zehn Kinder lesen sich auf der Bühne ein. Lesekoordinator Kurt Benedikt tigert hinter dem Vorhang hin und her. Gleich geht’s los. „Wie macht Ihr Euch noch mal bemerkbar?“, ruft der Moderator. Stampfend, kreischend, klatschend und pfeifend füllt die Antwort das Gemäuer bis in die Dachsparren. Na, das wird ja heiter. Und das wurde es auch.

Aus jeder Schule saß ein Kind als Jurymitglied im Saal. Mit Kärtchen verteilten sie Noten. Die Bewerber lasen Texte aus Doreen Cronins Buch „Inspektor Barney“. So lange, bis Carmen Noggler, Bianca Dobler und Lea Knobelspies übrig blieben. Carmen hat dann gewonnen. Aber irgendwie gingen nur Sieger nach Hause: Die Lesewütigen, die neues Futter fanden. Erstleser, denen sich eine Welt erschloss. Erschöpfte Betreuer und Autoren, heiser, aber glücklich. Und Claudija, Merve und Noah.

Claudija Kalinovic (14) aus Rankweil kommt vom Buchstabierwettbewerb. Schnurstracks biegt sie ab in Richtung Buchmessesaal. Ihre Lieblingsbeschäftigung: An den Büchern entlangschlendern. Für ihre Freundin Merve Yilderim (13) ist das Neuland. Sie freundet sich gerade mit einem Klappentext an. Wenige Meter weiter sucht Noah Müller (11) aus Altach fieberhaft nach Comics. Drei Kinder, drei Erfahrungen. Das Ganze mal 2000, das war die „Buch am Bach 2014“.

Savannah war mit elf Monaten die jüngste Besucherin.
Savannah war mit elf Monaten die jüngste Besucherin.
Die beiden haben sich offenbar entschieden.
Die beiden haben sich offenbar entschieden.

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