Erstmals Wasser für Kleine Ill

Vorarlberg / 29.06.2014 • 20:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gespannt warteten die zahlreichen Besucher, bis erstmals Wasser durch das Einlaufbauwerk der Kleinen Ill strömte. Foto: G. Grabher
Gespannt warteten die zahlreichen Besucher, bis erstmals Wasser durch das Einlaufbauwerk der Kleinen Ill strömte. Foto: G. Grabher

Zum Volksfest entwickelte sich die Eröffnung der Kleinen Ill – eine Million Euro für die Fische investiert.

Feldkirch. (gg) Ein ungeahntes Besucherinteresse verzeichneten die Feldkircher Stadtwerke, die die Bevölkerung zur Eröffnung der Kleinen Ill geladen hatten. Über tausend Interessierte, meist mit dem Fahrrad gekommen, konnte Dr. Manfred Trefalt von den Stadtwerken am Einlaufbauwerk des Umgehunggerinnes begrüßen. Sie erlebten, wie erstmals Wasser durch den künstlich geschaffenen Bach floss, der durch den Meininger Auwald gegraben worden war. Entstanden ist nicht nur ein Wanderweg für weniger schwimmtüchtige Fischarten, sondern ein neuer Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie ein erweitertes Erholungsgebiet für Menschen.

Wer mit der Natur Geld verdiene, solle ihr auch etwas zurückgeben, sagte Landesrat Erich Schwärzler zur Investition an der Ill, die einen Mosaikstein im Streben nach der Energieautonomie Vorarlbergs darstelle. „Nicht für die Katz‘, sondern für die Fische“ sei die Kleine Ill, meinte der Meininger Bürgermeister Thomas Pinter, der sich bei der Agrargemeinschaft für die Bereitstellung des Bodens besonders bedankte. Profitieren werde der Grundwasserspiegel, der den Auwald und die Wasserführung in den Gießengräben begünstige. Pfarrer Antony Jose Payyapilly segnete das Bauwerk und streute das „Salz des Lebens“ in die Kleine Ill.

Naturnah gestaltet

Der neue Bach, 1,7 Kilometer lang und zwischen fünf und acht Meter breit, führt in Mäandern durch den Auwald rechts der Ill. Die Kleine Ill beginnt an der Stauwurzel oberhalb des eigentlichen Kraftwerkes und leitet Wasser aus, das unterhalb des Wehres in unmittelbarer Rheinnähe wieder in die Ill zurückgeführt wird. Besonders geachtet wurde auf eine naturnahe Gestaltung, strömungshemmende Steine im Bett und ein abwechselndes Tiefenprofil sollen den Fischen entgegenkommen. Mit viel technischem Aufwand wurde das neuartige Einlaufbauwerk angelegt, dessen drei Schützen die Dotierung auszugleichen in der Lage sind und die in der Ill gegebenen Schwalleinflüsse dämpfen können. „Dauerspende“ der Stadtwerke an die Fische: Im Winter werden pro Sekunde 1,8 Kubikmeter Wasser an den Bypass abgegeben, im Sommer 2,3 Kubikmeter.

Generell hochzufrieden äußerten sich die Fischereiexperten zur Kleinen Ill, die neben zwei weiteren Aufstiegsbauwerken im unmittelbaren Kraftwerksbereich auch weniger schwimmtüchtigen Fischarten Wandern und Aufenthalt ermöglicht. Wie sehr bisher die Sohlrampe aus Blocksteinen die Arten dezimierte, zeigten Untersuchungen. Wurden im Mündungsbereich der Ill vor dem Rhein zwölf Fischarten festgestellt, waren es im Stadtgebiet von Feldkirch nur noch drei Arten, wie der amtliche Fischereifachbereichsleiter Nikolaus Schotzko illustrierte.

Die Fischereifachleute nehmen an, dass die Seeforellen für den Aufstieg hauptsächlich die Fischleitern im Kraftwerksbereich nutzen werden. Nun hofft man aber, dass vor allem stark bedrohte Arten wie die Äsche die Kleine Ill nutzen werden und den in dieser Art erstmals gebauten Einlaufbereich überwinden werden.

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