Wiesflecker: „Da geht es nur um das Geld“

Vorarlberg / 29.06.2014 • 19:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Grüne wollen weniger Ferienschließtage für Kindergärten.

bregenz. (VN-hrj) Dass während der Sommerferien die Kindergärten durchschnittlich 38,4 Tage – heißt: 7,5 Wochen – geschlossen sind, kritisiert die Sozial- und Bildungssprecherin der Grünen, Katharina Wiesflecker: „Das entspricht nicht den Lebensrealitäten der Familien.“ Elternteile müssten sogar zeitlich versetzt Urlaub nehmen, um die Ferienzeit gut zu überbrücken. Das könne wohl nicht sein. „Familien sollen miteinander Urlaub machen können“, sagt Wiesflecker und fordert eine Erweiterung der Öffnungszeiten.

Dynamische Entwicklung

Wiesflecker ist überzeugt, „wo ein Angebot geschaffen wird, wird es angenommen“. Das zeigten Beispiele aus der Vergangenheit, wie die Öffnung der Kindergärten für Dreijährige. 2006 waren etwa 60 Prozent der Dreijährigen in Betreuung. Zwei Jahre später durch das neue Kindergartengesetz waren es bereits 74 Prozent, heute sind es 90 Prozent. Wiesflecker bezeichnet das als „eine sehr dynamische Entwicklung“. Die meisten Kinder erhalten über fünf Tage hinweg – meist halbtags – pädagogische Anregungen in Kindergärten, in Kinderbetreuungseinrichtungen und in Spielgruppen, die ihre Öffnungszeiten inzwischen auch auf fünf Halbtage erweitert haben. Wiesflecker bezeichnet das als „eine sehr dynamische Entwicklung“.

Sprachförderung

Des Weiteren könnte es laut Wiesflecker sinnvoll sein, die Sprachförderprogramme über die Ferienzeit fortzusetzen, weil Pädagogen zufolge die Kinder während der langen Sommerferien wieder sehr viel vergessen würden. „Das soll kein verschultes Programm sein“, betont sie, „sondern wie im Kindergarten üblich, auf frühpädagogische, spielerische, anregende Art.“

Mit der Erweiterung der Öffnungszeiten im Sommer bestünde auch die Möglichkeit, dass Kindergartenpädagogen ihr Gehalt aufbessern. Laut Wiesflecker haben Gemeinden und Land bisher die Bemühungen zur Schaffung eines Angebotes in den Kindergärten über die Sommermonate deshalb nicht betrieben, „weil Pädagogen und Betreuer bezahlt werden müssen. Da geht es um das Geld. Um nichts anderes.“

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