Saatgut gegen Hunger

Vorarlberg / 01.08.2014 • 19:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Bauer Eshete Eneyew drischt Mais im Norden von Addis Abeba. Gutes Saatgut ist die halbe Ernte.  Foto: Reuters.
Der Bauer Eshete Eneyew drischt Mais im Norden von Addis Abeba. Gutes Saatgut ist die halbe Ernte. Foto: Reuters.

Die Caritas hilft Bauern in Äthiopien, ertragreiches Saatgut zu züchten.

Schwarzach. (VN-tm) Alle Welt blickt auf Syrien und Nahost. In die Ohnmacht angesichts wachsender Gewalt mischt sich Angst vor Flüchtlingsströmen. Dabei geraten andere dauerhafte Krisenherde und konstruktive Lösungsansätze leicht in Vergessenheit.

Die Caritas sammelt mit dem Zahlschein, der dieser VN-Ausgabe beiliegt, Geld gegen den Hunger. Zum Beispiel in Äthiopien. Dort und in Mosambik arbeitet Harald Grabher von der Caritas Vorarlberg. Er bittet nicht um Lebensmittellieferungen. Die lösen das Problem nicht. Aber Saatgut und Wasser können dauerhaft Lebensgrundlagen bilden.

Vielfältig, doch arm

In Äthiopien im Osten Afrikas leben rund 92 Millionen Menschen. Das Land ist dreimal so groß wie Deutschland. Von der Savanne über immergrüne Feuchtwälder bis hin zu Regionen mit alpinem Klima bietet Äthiopien alles. Doch Regen fällt oft stark konzentriert. In den vergangenen drei Jahrzehnten suchten unzählige lokale Dürren und sieben große Dürrekatastrophen Äthiopien heim.

Vorarlbergs Caritas arbeitet mit Partnern in den lokalen Diözesen zusammen. „Die Produktion von ertragreichen Aussaaten ist Teil unseres Programms“, erklärt Grabher, denn „wenn es den Bauern in Äthiopien gelingt, Saatgut zu züchten, das den Bedingungen vor Ort besser angepasst ist, kann die Ernährungssituation aus eigener Kraft wesentlich verbessert werden.“ Die Caritas unterstützt den Aufbau von Genossenschaften. So können sich die Bauern selbst organisieren und im Verkauf der Ernte bessere Erlöse erzielen. Das zweite Versorgungsziel heißt Wasser: „Weil nicht überall ein Brunnenbau möglich ist, wird dort an den wenigen Regentagen durch gezielte bauliche Maßnahmen das Wasser „gesammelt“ und steht dann als Trinkwasser für Mensch und Tier oder zur Bewässerung für die Felder zur Verfügung“, sagt Grabher.

Ein eigenes Caritas-Projekt ermöglicht die Lagerhaltung und Vermarktung des Getreides. In Dürre- und Hungerjahren kann ein Teil der eingelagerten Getreideernte zur Überbrückung einer Hungerperiode bzw. in späterer Folge als Saatgut wieder verwendet werden. Das Projekt dient gleichermaßen der Nahrungssicherung und der Vorsorge im Katastrophenfall.

Caritas-Hungerkampagne
Raiffeisenbank Feldkirch, BLZ 37422, IBAN AT 32 3742 2000 0004 0006, BIC RV VGAT2B422. Kennwort: Sammlung gegen Hunger, Online-Spenden: www.caritas-vorarlberg.at

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