Junger Drogenkonsument kaufte um 90 Euro Salz statt Kokain

Vorarlberg / 05.08.2014 • 22:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Käufer dürfte recht schnell gemerkt haben, dass mit dem „Schnee“ etwas nicht stimmt.  Symbolfoto: VN
Der Käufer dürfte recht schnell gemerkt haben, dass mit dem „Schnee“ etwas nicht stimmt. Symbolfoto: VN

Statt Aufputschmittel erhielt Rauschgiftkäufer Würze vom Kebab-Stand.

Feldkirch. Ein 21-jähriger Arbeitsloser war mit seinem türkischen Freund auf Tour und leerte gemeinsam mit ihm eine Flasche Raki. Da gesellte sich ein anderer junger Mann zu ihnen und fragte, ob sie Kokain hätten. Eine Abzocke war eine rasch beschlossene Sache. Auf die Schnelle würde der willige Käufer nicht merken, was er da ersteht.

90 Euro für Salz

Der 19-jährige Kumpel täuschte vor, er könne etwas organisieren und kam nach einer Weile zurück. Allerdings mit einer kleinen Tüte voll Salz. Für das vermeintliche Kokain bezahlte der Kunde 90 Euro. Aber auch er kam bald wieder zurück – wütend. Die zwei händigten die 90 Euro zwar wieder aus, strafrechtlich ist dies allerdings ein vollendeter Betrug. Der 21-Jährige, der bereits als Jugendlicher einen Raub begangen hat, bekommt vom Gericht 320 Euro Geldstrafe. Die Hälfte muss er bezahlen, der Rest wird auf Bewährung ausgesprochen. Der zweite Betrüger muss warten, bis alle Punkte, die ihm vorgeworfen werden, erledigt werden können.

Noch weitere Vorwürfe

Insgesamt waren es in diesem Strafverfahren vier Angeklagte und eine ganze Menge Vorwürfe. Ein Beschuldigter erschien nicht. Einer der „Salzverkäufer“ wurde verurteilt, die zwei anderen Angeklagten müssen bis zum 8. Oktober auf die Fortsetzung der Verhandlung warten. Der Grund: Zwei wichtige Zeugen sind im Urlaub.

Zum einen geht es um eine schwere Körperverletzung. Der Angeklagte hat dem anderen Beschuldigten die Nase gebrochen. Dieser wiederum wird beschuldigt, eine gefährliche Drohung ausgesprochen zu haben. „Nach der Bewährung“, soll der 23-jährige Kroate, der noch 13 Monate Haft auf Bewährung offen hat, gesagt haben. Mit dem Finger habe er gleichzeitig „Halsabschneiden“ angedeutet. Er leugnet dies und meint: „Ich finde das sehr skurril, Punkt.“

Der 19-jährige Türke gibt zwar den Nasenbeinbruch zu. Eine weitere im Raum stehende Drohung ist allerdings noch nicht bewiesen. Inhaltlich ging es in einem Telefonat um angebliche oder wirkliche Drogengeschäfte des Angeklagten. „Wenn du gegen mich aussagst, schicke ich dir meine Leute vorbei“, prophezeite der junge Mann angeblich. „Wenn du dein Maul nicht hältst, dann stopfe ich es dir“, machte er via Facebook weiter – behauptet zumindest der Belastungszeuge.

Ob das alles so stimmt, muss das Gericht entscheiden. Wenn die zwei Zeugen aus dem Urlaub zurück sind, geht es im Oktober weiter.

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