Doris Knecht

Kommentar

Doris Knecht

Für immer jung

06.08.2014 • 17:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Ein Abend mit Freunden, die ferienbedingt alle gerade mehrtägigen Elternkontakt hatten, und die gemeinsame Erkenntnis: Man kann sich das teure Anti-Aging-Creme-Zeug sparen, es reicht völlig, einfach die Eltern für ein paar Tage einzuladen. Dann ist man schlagartig wieder jung.

Egal ob man zwanzig, fünfundzwanzig oder schon dreißig Jahre nicht mehr bei ihnen wohnt: Es genügt noch immer ein Besuch der ehemaligen Erziehungsberechtigten, um einen wieder daran zu erinnern, dass man in Wirklichkeit für immer ein Kind bleibt. Hier eine kleine Kompilation von Sätzen verschiedener Mütter und Väter, alle aus dem Ländle auf Besuch bei ihren vermeintlich erwachsenen Kindern.

Bisch dr sicher, dass des so goht?

I glob, so gäng des viel besser.

Du bisch jo no im Pitschama! Ah, würkli, an Overall isch des? Heat ma des iatz aso?

Na, dass du des ned abschnidscht, mi tät des schtöra.

Söt ma des ned zerscht putza?

Des hommar doch schneall.

Würklich? Du tuascht dr Avocado ufa Toscht? Zum Zmorga? Scho luschtig, was d’ Lüt alls eassen.

Heasch mr schneall an Beasa?

Heasch mr schneall an Lumpa?

Heasch mr schneall an Schrufazühar?

I künt des ned ha.

Luag, des goht doch so viel liechter.

I woaß ned, ob des am Papa schmeckt.

Isch des zum Furtwörfa?

Möchsch des ned lieaber aso macha?

Kumm, i schell dr des schneall.

Nana, miar könnan oh Brot eassa.

Döt tät des doch viel besser schto.

Isch dr des ned z’ eng?

Na, mit dem könnt i ned schaffa.

A luag, luschtig, a Tischtuach als Vorhang.

Isch des ned giftig?

Der isch jo ganz roschtig.

Dass du do epas findscht!

Mollmoll, probiera toan i’s scho.

So könnt i ned schlofa.

Na, wenn du moansch, dass des so goht.

Do bruchsch a Nodla, sus goht des ned.

Also i tät des enaweag macha.

Na, do tät miar schleacht wöra.

Ah, luschtig, wia du des bigascht.

Do bruchscht anandrs Kabl.

Na, des wär miar z’ dunkel.

Gea, du heascht ka Maresi? A weggat üs? Abr weggat
üs hätscht etz ned extra a Maresi kofa müasa!

Na, mir wär des z’ geal.

Aso würt des ned heba.

Es wundert mi, dass des hebt.

Nana, du mach des wia du moanscht!

Forever young. Wie der gute Ostbahn-Kurti sagte: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit. Oder: Man ist nie zu alt, um nicht erwachsen zu sein. Zumindest die paar Tage, an denen die Eltern auf Besuch sind.

doris.knecht@vorarlbergernachrichten.at
Doris Knecht ist Kolumnistin und Schriftstellerin.
Sie lebt mit ihrer Familie in Wien und im Waldviertel.
Die VN geben Gastkommentatoren Raum, ihre persönliche Meinung zu äußern.
Sie muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.