Mit 45 km/h und 2,28 Promille frontal gegen den Rheindamm

Vorarlberg / 06.08.2014 • 22:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein schneller Trip mit schnellem Ende: Das Boot „landete“ buchstäblich auf dem Damm.  Foto: Seepolizei  
Ein schneller Trip mit schnellem Ende: Das Boot „landete“ buchstäblich auf dem Damm. Foto: Seepolizei  

2400 Euro Geldstrafe für Bootskapitän, der auf dem Bodensee eine Havarie verursachte.

Bregenz. Es war in der Nacht auf Pfingstsonntag im vergangenen Juni. Der 33-jährige Bregenzer und ein deutscher Freund hatten sich in Hard bereits einige Biere und „Flying Hirsch“ (Red Bull mit Whisky) gegönnt. Anschließend ging es weiter gemeinsam nach Fußach, wo im Hafen das Boot des Vorarlbergers lag, gerade erst gewassert. Noch ein Bier, und dann kam die Idee: Ein Ritt auf den Wellen in stockfinsterer Nacht, hinaus auf das Schwäbische Meer.

Sein deutscher Kumpan hatte ihm zwar noch davon abgeraten, doch der Reiz des nächtlichen Abenteuers war stärker. Also stach man in See, trieb den Motor auf volle Touren und erreichte die Geschwindigkeit von 25 Knoten (etwa 45 km/h). Die Ausfahrt ging in Richtung Harder Rheindamm. Auf dem Weg dorthin touchierte der Flitzer ein Segelboot, das durch die unerwartete Begegnung beinahe kenterte.

Hinter Böschung versteckt

Ihr abruptes Ende fand die Reise schließlich am Rheindamm. Oder besser, auf dem Rheindamm. Denn durch das hohe Tempo prallte das Boot nicht nur gegen den Damm, sondern wurde regelrecht aus den Fluten gehoben, ehe es mit dem Bug gegen die Aufschüttung stieß. Der Kapitän und sein Mitfahrer erlitten dabei leichte Schürfwunden, kamen ansonsten aber mit dem Schrecken davon. Sofort verließen die beiden den Unfallort und versteckten sich hinter einer Böschung. Dort wurden sie schließlich von der Seepolizei aufgefunden.

Gestern erhielt der 33-jährige Kapitän am Bregenzer Bezirksgericht die „Rechnung“ für die Havarie, wie es sein Rechtsanwalt Nicolas Stieger gegenüber Richter Christian Röthlin ausdrückte. In seiner Verteidigungsrede machte Stieger auf gleich mehrere Umstände aufmerksam, unter denen sein Mandant bereits damals zu leiden hatte und noch jetzt zu leiden hat: „Der kürzliche Tod seines Vaters machte ihm schwer zu schaffen.“ Und dann die Last seiner schweren selbstständigen Tätigkeit. Und nun die hohen Kosten, der Schaden an der Segeljacht, der Totalschaden am eigenen Boot, der Entzug des Schifferpatents . . . „Der Vorfall steht im krassen Widerspruch zum sonstigen Wesen meines Mandanten, der ein völlig unbescholtenes Leben führt. Dieser Unfall fällt unter die Rubrik ‚einmal‘“, schloss der Anwalt und bat um ein mildes Urteil. Richter Röthlin kam jedoch nicht um die Verhängung einer unbedingten Geldstrafe in der Höhe von 200 Tagessätzen zu je zwölf Euro umhin. Wegen des Vergehens der fahrlässigen Körperverletzung und aus „generalpräventiven Gründen“. Der Verurteilte erbat drei Tage Bedenkzeit.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.